Kreuzblume, f. frz. croupe, f., bouquet, panache, m., engl. erope, finial, pogutell; 1. auch Marienschuh, Frauenschuh genannt, wegen der Aehnlichkeit mit der Blüte von cypripedium caleeolus; kreuzförmig sich öffnender Blätterknauf auf den Spitzen gothischer Giebel, Wimberge, Fialen und Thürme. Schon an den letzten Werken romabliothek Heidelberg DFC Stils (s. d.), sowie an den normannischen Bauten Blume vor. Hier, wie an frühgothis chen Bauten, diese meist als halb aufgeblühte Knospe; in den nichtdeutschen Abzweigungen des gothischen Stils (s. Eng-d Italienisch-gothisch etc.) blieb ihre Disposition etwas unklar. Zu völliger Klarheit entwickelte sich nur in Deutschland, u. zwar in 2 entschieden von abweichenden Formen: a) Helmkreuzblume; diese auf Thurmspitzen, Fialenspitzen oder auch auf 7• Achtort nach M. 2397. Giebelkreuzblume. Roriczers „Der Gerechtigkeit“ (1486) konstruirt ist. Dabei giebt das Quadie äußere Größe der Blume selbst, das in das Im eingeschriebene Achteck Cd die Kante des Halssimses, das Achteck el die Größe des obern Knaufs, Achteck gh die untere Halsstärke, das Achteck ik die Halsstärke. Ferner ist die Höhe = d m C, 6ihnk, Ygleich der Seite des Quadrats Im, gleich der Seite des Quadrats efoder gleich der halben Diagosind je nach Umständen Abweichungen von diesen Verhältnissen nicht blos gestattet, sondern sogar oft geboten; b) Giebelkreuzblume, nur nach zwei Seiten hin ausladend, anzuwenden auf anliegenden Giebeln, Chorstühlen, überhaupt wo nur in einer Richtung Platz ist. Fig. 2397ist eine solche in späterem Stil, während die früheren ganzähnlich der in Fig. 2394 gegebenen waren, nur daß sie eben, statt nach 4, blos nach 2 Seiten ausladen. Vgl. auch die Abbildung zu Art. Poppyhead. Vierseitig entwickelte Kn auf Giebel zu setzen ist ein Fehler, der in der letzten Verfallzeit der Gothik allerdings häufig begangen ward, dadurch aber nicht entschuldbar wird. — 2. Nicht ganz genau benennt man mit dem Namen K. solche kreuzßörmige Blumen, wie sie in Füllungen sowie als Besetzung von Hohlkehlen oder in Reihen als Bekrönung in der Gothik hier u. da vorkommen; s. Fig. 2398, 2399, 2400. Vgl. d. Art. Tudorblume und cresb. Geradezu falsch aber ist es, wenn hier und da, z. B. bei Otte, die Benennung Areuzblumennerzierung auf ein Ornament in der englischen Frühgothik angewendet wird, das aus einer vierblätterigen Blume besteht, die durch ihre herausgekehrte Spitze im Profil einem Spitzzahn ähnlich sieht u. reihenweise neben einander gestellt wird; s. d. Art. Hundszahnornament.