Kur bel, f., Drehling, m., Drauche, f. (Masch.), frz. manivelle, f. engl. orank. Um eine Welle umzudrehen, wird gewöhnlich an einem Ende derselben ein gerader oder gekrümmter Hebel angebracht, an dessen Ende die bewegende Kraft angreift. Der Hebel heißt K., zuweilen auch Krummzapfen. Ist die Last ein an der Welle angebrachtes Gewicht, so verhält sich die zur Bewegung nöthige Kraft zu demselben wie der Radius der Welle zu der Länge der K., vorausge⸗ .. die K. aus einem mit der Hauptwelle fest verbundenen Arm, Kurbelarm d, Fig. 2450a, auch Kurbelbug, m., frz. Pras de manivelle, engl. web, welcher an dem Ende bei deinen vorspringenden Zapfen, die sog. Warze, frz. bouton, tourillon, engl. crank-pin, hat. Diese wird von einer Gelenkstange, släuel., Lenker-, Kurbelstange oder Rurbstange b, frz. bielle, engl. connecting-rod, umfaßt, welche mit der Kolbenstange a od. dem Balaneier in Verbindung steht. Es ist klar, daß der Halbmesser 4% des von der Warze beschriebenen Kreises (des sog. Warzenkreises) nicht beliebig ist, sondern dem halben Kolbenhub gleich sein muß. Selbst wenn die Kurbelstange sich mit gleichförmiger Geschwindigkeit bewegt, ist diejenige der K. sehr verschieden. Steht nämlich z. B. die Warze bei & od. B, so daß die Kurbelstange mit der K. in eine gerade Linie fällt, so übt sie mit ihrer ganzen Kraft nur einen Druck auf die Achse aus, trägt aber zur Geschwindigkeit gar nichts bei, so daß, wenn die K. sich ursprünglich in einer solchen Lage befunden hatte, sie sich gar nicht in Bewegung setzen würde. Man nennt deshalb diese Punkte die todten Punkte. Liegt dagegen die Kurbelstange so, daß sie den Warzenkreis berührt, so überträgt sie ihre volle Geschwin-e digkeit auf die K., so daß diese hier sich am schnellsten be-I wegt. Von einem todten Punkt aus bis in diese Lage nimmt die Geschwindigkeit der K. zu und von da an bis zum andern todten Punkt wieder ab. Um diese Unregelmäßigkeit im Gang auszugleichen, bringt man auf der l Hauptwelle eine träge Masse an, so groß, daß eine Vergrößerung der bewegenden Kraft dieselbe nur in eine wenig schnellere Bewegung versetzt, während bei Ueberwindung der Widerstände die unzureichende bewegende Kraft durch die Trägheit ergänzt wird. Diese Masse hat allgemein die Form eines Rades u. heißt das Sch wungrad. Regelmäßigeren Gang erreicht man bei Anwendung zweier Kan, also auchzweier Kurbelstangen u. zweier Cylinder, wenn man die todten Punkte der einen K. möglichst entfernt von denen der andern legt. Man verstellt dazu die Kan um 90e gegen einander; z. B. bei den zweicylindrigen Dampfmaschinen, Lrunk-Eygines. Die allgemeine Form einer K. für Dampfmaschinen zeigen Fig. 2450 4 u. b. Die Ausführung geschieht in Guß⸗ oder Schmiedeeisen. Bes. muß die Achse der Warze genau parallel mit der Kurbelachse laufen, weil sonst Würgen u. Heißgehen der Zapfen unvermeidlich ist, auch ein Bruch der Kurbelstange leicht eintritt. Denselben Zweck, wie die Kn, haben auch die Excentriks (s. d.) sowie die gekröpften Wellen. Zu den letzteren, deren Form Fig. 2451 zeigt, nimmt man nur im Nothfall seine Zuflucht, weil es sehr schwer ist, sie gut herzustellen; man ist aber oft zu ihrer Anwendung genöthigt, weil sie auch zwischen den Lagern angebracht werden können. Fig. rund, im letztern rippenförmig. In der Mitte verstärkt man die Stangen, um der Zerknickung vorzubeugen. Das Verhältnis der Länge der Kurbelstange zu derjenigen der K. sollte mindestens 5: 1 sein, kommt aber oft wie 4: 1 vor s. auch d.Art. Dampfmaschine, Dampfschiff, Hebel, Bläuel etc.