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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Legirung, f. (Gieß. etc.), franz. alliage, m., engl. alloy, allay of metals, nennt man die Verbindung der Metalle unter einander. Gewöhnlich läßt sich eine L. durch Schmelzung zweier od. mehrerer Metalle erzeugen. Verbindung des Quecksilbers mit andern Metallen nennt man Amalgam. J. Die Farbennuaneen, welche nach dem Zusammenschmelzen zweier Metalle entstehen, lassen sich aus einer bloßen Mischung der Farben beider Metalle nicht erklären. Es entsteht z. B.ein weißes Metallgemisch beim Zusammenschmelzen von 8 Th. Kupfer und 1 Th. Nickel; das Spiegelmetall, aus 67 Th. Kupfer u. 23 Th. Zinn bestehend, ist ebenfalls silberweiß. Die Dichtigkeit einer L. stimmt selten mit der aus den spez. Gewichten der Bestandtheile berechneten überein; ebenso zeigen sich Textur und Härte auffallend verändert. Kupfer mit Zinn, das erstere hart, elastisch u. zähe, das zweite weich und sehr dehnbar, bilden im Verhältnis von 9: 1 die weiche, aber nicht dehnbare Geschützbronze; ein weiterer Zusatz von Zinn vermehrt sogar die Härte u. Sprödigkeit der L. Der Schmelzpunkt einer L. liegt meist niedriger als der die L.zusammensetzenden einzelnen Metalle. Zinn schmilzt z. B. bei 2286, Wismuth bei 2466, Blei bei 325e. Der Schmelzpunkt des Rose'schen Metallgemisches (2 Th. Wismuth und 1 Th. Blei) liegt bei 93,5. Cadmium schmilzt bei 360°, u. dennoch erhöht dasselbe die Schmelzbarkeit der L. bedeutend. Ein Gemisch von 8 Th. Blei, 15 Th. Wismuth, 4 Th. Zinn und 3 Th. Cadmium schmilzt schon bei 60. II. Gewisse Len, wie Bronze, Messing und Len edler Metalle, sind schon seit den ältesten Zeiten bekannt. Die Neuzeit bringt fast täglich neue Lien für verschiedene Zwecke. Die Herstellung der Len geschieht in feuerfesten Tiegeln oder in Flammöfen mit vertieftem Herd. Es ist vortheilhaft, das strengflüssigere Metall zuerst zu schmelzen und die leichtflüssigeren hernach einzutragen; namentlich ist dies nothwendig, wenn flüchtige Metalle, wie Quecksilber, Zink, Cadmium, in die Verbindung eingehen. III. Die wichtigsten Lien und ihre Bereitung s. in d. Artikeln Bronze, Messing, Neusilber etc. Die Herstellung einiger anderen Lien geben wir hier. 1. Als Lagermetall wird vielfach von den Maschinenbauern empfohlen: ein Gemisch von 6 Th. Zinn, 8 Th. Antimon, 4 Th. Kupfer, oder 32 Th. Zink, 14 Th. Zinn und 2 Th. Kupfer. 2. Eine L. von Blei und Zinn bildet das sogen. Schnellloth oder Weichloth, welches bei 170° schmilzt und erhalten wird durch Zusammenschmelzen von 2 Th. Blei und 1 Th. Zinn; s. auch Schnellloth. 3. L. zum Verzinnen des Gußeisens. Eine L. aus 89 Th. Zinn, 6 Th. Nickel und 5 Th. Eisen hängt dem Gußeisen sehr stark an, so daß die Verzinnung damit weit dauerhafter wird als mit reinem Zinn; auch eignet sie sich zum Verzinnen des Kupfers. 4. Eine L. von Kupfer mit Kalium, die man erhält, indem man in einem Tiegel ein Gemenge von Kupfer u. doppelt weinsteinsaurem Kali, auch vielleicht von Kupfer, Kohle und kohlensaurem Kali schmilzt, eignet sich vortrefflich zu Dampflesseln und Leitungsröhren, weil sie sich mit Leichtigkeit bearbeiten läßt.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 274Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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