FeedLehmstein
AllerleiBau-Lexikon 1881

Lehmstein, m., auch Lustziegel, Lehmbarren, m., franz. brique f. orue, brique séchée à Lair, engl. cobbrick, claybrick, air-dried brick, lat. later, werden auf dem Streichtisch, in hölzernen Formen, aus erweichtem Lehm auf ganz gleiche Weise wie die zu brennenden Ziegel gefertigt, dann aber nur an der Luft im Schatten getrocknet. Zu diesen Steinen darf der Lehm nicht fett sein, weil sonst die Steine reißen; auch nicht zu mager, weil sie sonst lose und unhaltbar werden; Kalktheile darin schaden nicht, nur darf er keine Steine enthalten. Je länger der Lehm gesumpft wird, desto gleichförmiger wird die Masse; leider wird er oft gar nicht eingesumpft; man erweicht und tritt vielmehr den frischgegrabenen Lehm und verarbeitet ihn dann sogleich. Der Verbrauch geschieht falscher Weise oft schon zwei Monate nach Anfertigung, worauf sich als Folgen unvollendeter Trocknung meist Feuchtigkeit der Wände, Senkungen etc. einstellen. Bei richtiger Bereitung und Austrocknung kann man sie zu vielen Bauten verwenden. Vor Nässe geschützt, sind sie eben so dauerhaft wie gebrannte, und da sie vollkommen trockene, feuerfeste, warme, gesunde Häuser geben, sollte man dieselben beson5 zum Innenbau mehr anwenden, als geschieht. Wenn in L. in gemischten Schichten mit gebrannten Ziegeln brauchen will, so nehme man Rücksicht auf das Schwinder Ziegel beim Brennen, forme letztere also etwas 5Fer. Vgl. d. Art. Ziegelfabrikation. Lehmtrate, f., Creteplatz, . (Ziegl.). Derselbe liegt weder innerhalb einer Trockenscheune od. in besonders zu erbautem Schuppen. Pro Treter muß der Platz •Im. im Quadrat sein. Die Lan, auf denen Thiere an ügbäumen um eine stehende Welle gehen müssen einen urchmesser von mindestens 6 m. haben. Den Fußboden r Lan legt man gewöhnlich 45 em. tiefer als den der Geude, u. er wird entweder mit starken Bohlen gedielt oder it Steinplatten, Mauersteinen etc. gepflastert. Lehmumschlag, m., Mittel gegen Baumkrebs (s. d.). Lehmwand, k. frz. mur m. de bousillage, de torchis, l. Cobwall, mud-Wall, lat. agger terreus, lutum, kann uf verschiedene Weise hergestellt werden und heißt je nach r gewählten Herstellungsmethode Bleichwand Erdwand, takwand, Wellerwand und Pisée, s. d. betr. Art. Ueber nen dauerhaften Putz auf L. s. d. Art. Putz.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 275Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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