Linde, k., frz. tilleul, m., engl. inden-tree, lime-tree, line-tree, lat. tilia (Fam. Tiliaceae). 1. Einheimische L. a) Sommerlindeltiliagrandifolia). b) Winterlinde (tilia parvifolia). Beide kommen in der Beschaffenheit ihres Holzes einander sehr nahe. Dasselbe ist weiß, gleichförmig dicht, äußerst fein, leicht, weich, nicht beträchtlich fest u. zäh. Jedoch ist das Holz der Winterlinde im ganzen immer etwas härter, zäher, gröber, läßt sich auch nicht so leicht verarbeiten und spielt mehr ins Röthlichgelbe. Jahresringe und Spiegel sind fein und des halb nicht leicht zu erkennen. Sein Geruch erinnert etwas an Wanzen und macht sich besonders beim Bearbeiten bemerklich. Das Lindenholz bearbeitet sich gut und eben, wirft sich nicht leicht, reißt nicht auf, wird nicht wurmstichig und nimmt schwarze Beize gut an. Es hat eine sehr lange Dauer im Trocknen, in freier Luft und unter Wasser dagegen verwest es sehr bald. Bildhauer, Modelleur und Vergolder gebrauchen es zu ihren Arbeiten. — 2. Amerikanische L., Tilia heterophylla. Tilia canadensis u. Tilia carolinea, die gewöhnlichsten und wie die unseren benutzt. — 3. Kanarisches Lindenholz, weiches, übelriechendes, von rothem Saft durchdrungenes Holz, Oreodaphne foetens (Fam. Lorbergewächse).