FeedLuftloch„n.
TechnikBau-Lexikon 1881

Luftloch„n., 1. frz. ventouse, f., soupirail, m., engl. HEIDELBERG O Universits Lufthahn. Luftmaschine, k. So nennt man bes. die beiden neuen Konkurrenten der Dampfmaschine. 1. Die kalorische Maschine (s.d.). — 2. Die Lenoirsche Gasmaschine. Im Mai 1860 wurde die erste solche in Paris in der Werkstatt von Lévéque aufgestellt. Ein liegender gußeiserner Cylinder C umfaßt den Kolben K. Am Kolben steckt die Kolbenstange und mit deren Ende ist die Bläuelstange verbunden, welche, in Fig. 2565 nur zum Theil dargestellt, ihrerseits das Schwungrad in Bewegung setzt. Von der Kurbelwelle aus werden durch eine Excentrix zwei Schieber bewegt, welche an T u. I. vorbeischleifen. Durch das Rohr & Fig. 2566, O Fig. 2567 wird Leuchtgas zugeführt. Jeder Zweig der gabelförmigen Endung dieses Rohres hateinen besonderen Hahn. Bei der in Fig. 2566 angenommenen Stellung der Maschine geht das Gas durch den linken Zweig in den Raum I, vereinigt sich dort mit der bei Vorgehen des Kolbens durch A& aufgesaugten atmosphärischen Luft (auf 5. Lenoirs Luftmaschine, Ansicht. 5—9 Theile Leuchtgas 95—98 Th. Luft) und tritt durch den Kanal (wie die Pfeile in Fig. 2566 es andeuten) vor den Kolben. Wenn genug Gas eingetreten ist, wird Gund A abgesperrt. Währenddessen treten die in O noch vorhandenen Verbrennungsprodukte durch T aus (ebenfalls durch Pfeile angedeutet). Die gleichmäßige Vermengung der beiden Luftarten wird durch kammartige Platten an den Einführungsöffnungen erreicht. Sobald also genug Gas und Luft eingetreten ist, muß durch einen elektrischen Funken die Entzündung des Gemenges erfolgen. Zu diesem Zweck dient ein funkenerregender Apparat a be d Fig. 2565. Der eine Pol der Batterie, die durch zwei Bunsensche Elemente gebildet wird, steht in konstanter Verbindung mit dem Cylinder. Der andere Poldraht kkist isolirt durch die Cylinderwand hindurchgeführt u. steht im Innern vor und hinter dem Kolben, dem Metall des Cylinders mit seinen Spitzen gegenüber, so daß jedesmal bei Unterbrechung od. Schließung des Stroms ein Funken überspringt. Diese Unterbrechung resp. Schließung wird durch die Kolbenstange selbst vermittelt u. tritt ein, sobald das nöthige Gasquantum aufgesaugt ist. Beide Funken springen über, aber nur derjenige wirkt, auf dessen Seite lbei der Maschinenstellung in Fig. 2566, also auf der Stangenseite des Kolbens) das Gasgemenge eingetreten ist. Die durch den Funken erzeugte Verbrennung des Leuchtgases bewirkt eine Ausdehnung des Luftgemenges, welche den Kolben zurücktreibt. Kurz vor Beendigung des Kolbengangs wird der Schieber bei T“ umgesteuert und bringt nun Tmit dem linken Kanal in Verbindung; die etwa rechts noch zurückbleibenden Verbrennungsprodukte der vorigen Verbrennung dienen als elastisches Kissen für den Bewegungswechsel; zugleich intermittirt der Schieber bei J in seiner Bewegung und beginnt dieselbe erst wieder, wenn der bei TJ“ vollständig umgesteuert ist. In diesem Augenblick setzt dann der Schieber vor Lden rechten Kanal mit dem Gaszuleitungsrohr in Verbindung u. das Spiel beginnt von neuem. Ueber die Verbesserung der Maschine durch Otto s. Gasmotor. — 3. frz. machine de Schemnitz, engl. hungarian machine, s. Wasserhebungsmaschine.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 311Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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