Kolben, m., 1. Destillirkolben, frz. eucurbite, f., an einer Retorte zum Empfang überdestillirter Gase etc. angesetztes Gefäß. — 2. frz. piston, m., engl. piston. Diese haben den Zweck, einer Flüssigkeit od. einem Gas den Durchgang abzusperren, ohne dabei irgendwie in einer gleichzeitigen Bewegung gehindert zu sein. Die Gestalt eines K.s ist im allgemeinen cylindrisch und der Körper, in welchem er sich bewegt, ein Hohleylinder, welcher, insoweit er mit dem K. in Berührung kommt, sehr glatt ausgebohrt sein muß; denn die Hauptbedingungen, welche man an einen K. zu stellen hat, sind dichter Schluß u leichte Beweglichkeit. Der dichte Schluß wird erreicht durch die sogenannte Liderung, d. h. Ursprünglich eine Bekleidung mit Leder, welche durch die Flüssigkeit dicht an die Cylinderwand angedrückt wird. Statt derselben hat man jetzt vielfach eine Umwickelung mit Hanfzöpfen oder mit mehreren Lagen dichter Gewebe, bes. aber bei Dampfkolben die sogenannte Metallliderung. Diese besteht aus metallenen Ringen, welche entweder durch ihre eigene Spannkraft oder durch Federn an die Cylinderwand angedrückt werden. Um das Nachziehen der Liderung zu erleichtern, hat man mehrere sehr sinnreiche, aber komplizirte Kolbenkonstruktionen angegeben, wie die bon Francot und Brunton; in neuerer Zeit werden jedoch die Ramsbottom schen K., bei welchen die Liderung aus gespaltenen Metallringen besteht, die in eingearbeitete Nuthen eingelegt werden, und andere einfachere Kolbenformen vorgezogen. Die leichte Beweglichkeit des K.s wird erreicht durch vollkommene Glätte der inneren Cylinderwand und durch gut unterhaltene Schmierung, weshalb jeder Cylinder mit einer Schmiervorrichtung versehen sein muß. Weiteres s. unter Pumpe, Damyfmaschine 20. — 3. Auch Kolbeneisen genannt, frz. maquette, Iopin, engl. slab, bloom, Materialeisen, getheilt in Stabmaterialeisen und Blechmaterialeisen, s. Schiebel. — 4. s. Löthkolben.