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ErdkundeBau-Lexikon 1881

Museum, n., frz. musée, m., engl. museum, griech. uοσοεον, den Musen geweihter Ort, daher Akademie, Bibliothek, Studirzinmer, Lokal zu gelehrten Versammlungen; neuerdings werden eigentlich zunächst die Gebäude für Kunstsammlungen, oftaber auch andere Sammlungen so genannt. A. Bildersammlungen; s. d. Art. Bildergallerie, B. Sammlungen von Kupferstichen, Handzeichnungen etc.; sind dieselben nicht gar zu zahlreich, so hänge man⸗ sie sämtlich unter Glas und Rahmen auf, nehme aber Rücksicht, daß das Glas nicht blende und die Rahmen nicht zu viel Gold-oder Farbenreichthum haben; die Farbe der Wände sei olivengrün. Ist die Anzahl so groß, daß nicht alle aufgehängt werden können, so lege man Mappen in Kupferstichschränke, Handzeichnungen vielleicht auch zum Theil in Glaskästen oben auf diesen Schränken. Stehen dürfen Mappen niemals. G. Sammlungen von plastischen Kunstwerken. Diese erfordern möglichst Beleuchtung von oben; das Oberlicht sei möglichst breit; für einzelne Statuen re. ist das Sonnenlicht nöthig, für andere schädlich; Basreliefs erfordern oft Seitenbeleuchtung; man richte sich also nach den einzelnen Gegenständen. Gipsfiguren müssen eine sehr einfache Umgebung erhalten, ertragen namentlich keine lebhaft gefärbten oder gar glänzenden Wände und Fußböden. Bronzen müssen sehr hell beleuchtet sein, bei Marmor ist oft mattes Licht nöthig; kleinere Gegenstände, Schmuck, Anticaglien etc., verlangen viel Licht und vertragen auch die Sonne. D. Sammlungen von Waffen etc.; hochwändige u. im Stil der Zeit erbaute Räume, aus der die Gegenstände stammen. E. Sammlungen ethnologischen u. historischen Inhalts, sog. historische Museen, müssen nach Erdtheilen, Jahrhunderten etc. geordnet sein; dabei muß für die Gegenstände aus einem Land od. Jahrhundert allemal ein gesonderter Raum, im Stil der betr. Nation etc. dekorirt, vorhanden sein. H. Naturhistorische Sammlungen sind mit Glasschränken, Schränken mit Schubfächern etc. nach jedesmaligem Erfordernis zu versehen; die Räume müssen hell tfein, aber mit sehr dicht schließenden Fenstern und Thüren 1versehen und mit großer Vorsicht ventilirt werden. — Ueber die äußeren Erfordernisse und architektonischen An⸗ „forderungen an Museen s. d. Art. Bildergallerie. Music-loft, engl., eigentlich 1. Musikgallerie, Musikerbühne, s. dar. d. Art. Orchester. — 2. Auch für Lettner (s. d.). rMusiksal r., s. d. Art. Sal und Akustik. iMusique, f.,frz. (Maur.), der Bodensatz im Mörtel⸗ „trog; faire dela m., Kalkmörtel mit Ziegelbrocken mengen. dMusivarbeit, mustwische Arbeit, k.,s. v. w. Mosaik. „Musivgold, mosaisches Gold, n., franz. or m. musif, or de Judée, or mosalque, engl. mosaic gold, ist der Name vfür Zinnsulfid in blätterig-krystallinischem Zustand, wie „man es erhält, wenn man 4 Th. Zinn mit 2 Th. Quecksilber legirt, dann mit 2¼ Th. Schwefelblumen u. 2 Th. „Salmiak innig vermengt und in einem passenden Gefäß neinige Stunden stark erhitzt. Dabei verflüchtigt sich Sale miak, dann wird etwas Zinnober, mit etwas Zinnchlorid t gemischt, zugethan und im Gefäße bleibt zuletzt das M., it aus schönen, goldglänzenden kleinen Krystallen bestehen, „ welches als unechte Goldbronze etc. verbraucht wird; s. Musivsilber. t. Mustvsilber, n., frz. argent musif, engl. und lat. argentum musivum, eine durch Schmelzung hervorgebrachte Verbindung gleicher Theile von Zinn und Wismuth, die, um sie in feines, silberfarbenes Pulver verwandeln zu können, mit , ihres Gewichtes heißen Quecksilbers in einem Eisenmörser zusammengerieben wird. Das Pulver dient zu falscher Versilberung ähnlich, wie Musivgold zu Vergoldung. Zum Schreiben und Malen rührt man es mit Eiweiß, Lackfirniß od. mit reinem Branntwein ein, worin arabisches Gummi aufgelöst worden, und reibt zuletzt mit einem blanken Zahn den damit gemachten Anstrich od. die betr. Schrift ab. Löst man in 2 g. Quecksilber 1 g. geraspeltes englisches Zinn auf und reibt das Ganze mit Gummiwasser ab, so erhält man silberfarbige Tinte.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 421Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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