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Sagen & MythenBau-Lexikon 1881

Oostdarre, k., s. d. Art. Darre O. Obsikammer, k.; man lege solche luftig und trocken an und setze sie weder der Hitze noch der Kälte zu sehr aus. obtus, frz., obtuse, engl., adj., stumpf; obtusangle, frz., engl. obtuse-angled, stumpfwinklig. Obvers, m., frz., engl. obverse, s. v. w. Avers, Vorderseite einer Münze. 0eca, f., lat., Teneberleuchter (s. d.). Oceanum, n., lat., s. v. w. Iavacrum im antiken Bad; s. d. Art. Bad. Oceanus, m., Lat., griech. OReanos, ares (Myth.), ältester Titan, Personifikation des die Erdscheibe umgebenden Wassergürtels, Sohn des Uranos und der Gäag, Vater der Götter und Menschen; er ist friedfertig u. treuherzig. Darzustellen als Greis mit einem Stierhorn od. mit zwei kurzen Hörnern und einem Stab als Zeichen der Herrschaft, reitend auf einem Seethier od. sitzend in einem von Seethieren gezogenen Wagen, neben ihm seine Gemahlin Tethys, mit der er Flüsse und Quellen erzeugte; s. d. Art. Neptun und Poseidon. Ochava, Ochavillo eto., span., s. Mäß. Oche, f.,frz. (Zimm.), Kerbe, Stich, Marke. Ocher, Ocher, ORer, m. (Min.), frz. Ocre, ochre, f. (u. m.), engl. ochre, Japan earth, lat. ochra, allgemeiner Name mehrerer farbegebender Metalloxyde, sie bilden sich durch Verwitterung von Erzen und sind hell⸗ oder dunkelgelb, braun oder röthlich; man unterscheidet: 1. Eisenocher, engl. ron-Oehre, theilt sich in a) rothe Eisenerde, Rotheisenocher, franz. fer oligiste terreux, engl. red ochre, earthy red iron-Ore; 5) brauner O., auch Eisenbraun enannt, erdiges Eisenhydrat, und e) braune oder gelbe Sisenerde, Berggelb, Eisengilbe, Erdgelb, frz. O. jaune wichtigste der Ocherarten; s. d. Art. Gelberde. 2. Anpfer ocher, Rohtkupfererz; sf. d. Art. Kupfer und Bergblau HEIDELBERG O Universitatsbi 3. Uranocher, s. d. Art. Uran. 4. Rickelocher, arseniksaures Nickeloxyd; s. d. Art. Nickel. 5. Tellurocher oder Cellurit. 6. Antimonocher oder Stiblit, franz. o. d'antimoine, engl. antimonial ochre. Alle diese sind erdig, auflösbar in Salpetersäure. Die gelben, rothen und braunen Eisenocher, im Handel vorzugsweise O. genannt, sind entweder fast reines, feinerdiges Eisenoxydhydrat, durch Verwitterung des Spateisensteins entstanden, oder erdige Gemenge von Brauneisenstein mit Manganoxydhydrat, od. Gemenge von Eisenoxydhydrat mit basisch-schwefelsaurem Eisenoxyd, durch Verwitterung und Oxydation von Schwefel- oder Strahlkies entstanden. Die beste Deckkraft besitzen die thonreichen Gelb⸗ und Braunocher. Man kann den O. als Oel⸗, Wasser⸗, Kalk⸗ und Leimfarbe verwenden und benennt ihn in der Regel nach seiner Färbung: Fahlocher (der hellste, graulichgelbe), Feuerocher (von sehr feurigem Gelb), Gelbocher, Braun⸗, Gold⸗, Hochocher, heller O. etc.; s. auch d. Art. Amberger Gelb, Dänischroth, Gelberde. Durch Glühen der Ocherarten erhält man die gebrannten Ocher, welche gewöhnlich von lebhafterer Farbe sind als die ungebrannten. Die Umbranne sind manganreiche, dunkelbraune Ocherarten, die sich namentlich in der Umgegend von Lamsdorf in Thüringen finden und fein geschlämmt vortrefflich deckende Oel- und Wasserfarben liefern. Ochras, m. s. v. w. rohe Potasche (s. d.). Ochsenange, n., 1. frz. Oeil m. de boeuf, engl. ox-eye, bull's-eye, ital. occhio di bove, rundes Dachfenster, s. d. Art. Dachfenster, dormer-window etc. — 2.s. v. w. Butzen des Butzenglases. Ochsenblutästrich, m., s. im Art. Aestrich 21. Ochsenhorn, n., 1. (Hochb.) einhüftiges Gewölbe; s. d. Art. Gewölbe D. C. — 2. (Wasserb.) f. v. w. Hufeisen, d. h. Landzunge in einem Fluß, wenn sie hinten schmal u. vorn breit ist. — 3. (Drechsl. etc.) über die Verwendung des O.8 s. d. Art. Horn 4. Ochsenmaul, n., Ochsenzunge, f., 1. s. v. w. Biberschwanz (,. d. und d. Art. Dachziegel 1.). — 2. Auch Stichspaten, Stecheisen, frz. angue deboeuf, engl. push-Pick, Minirwerkzeug zum Lüften der Schwellen schadhaft gewordener Thürstöcke, ähnlich einem Karst; auch die Gärtner gebrauchen es, um Furchen zu ziehen. Ochsenschädel, m. (Forml.), frz. bucrane, s. Aaskopf. Oktastylos etc. Octagon, s. engl.; frz. Octogone, m., Achteck. Octant, m., s. v. w. Achtelkreis, sowohl als Figur wie auch als optisches und geodätisches Instrument. Octocorne, octuple, m. (Forml.), frz., engl. oetopoint, Achtort (s. d.).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 459Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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