FeedObsidian
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Obsidian, Karekanit, m. (Miner.),frz. obsidienne, f., engl. obsidian, 8., auch vulkanisches Glas, isländischer Achat, Glasachat, Glaslava etc. genannt, ein vulkanisches Produkt, welches durch Schmelzung feldspatreicher, trachytischer Gesteine entstanden ist, kommt in der Umgebung erloschener oder noch thätiger Vulkane von verschiedener Durchsichtigkeit und Farbe in mächtigen Strömen und geflossenen Ablagerungen vor. Das nördliche Island, Sizilien u. die Insel Liparo sind reich an Obsidianen. Auch in Ungarn in dem weiten Trachytdistrikt am Südabhang der Karpathen finden sich Massen von O. Marekanit nennt man die vielfachen braunen und grauen, fast durchsichtigen Abänderungen. O.miteigenthümlicher grünlichgelber Farbenwandlung heißt schillernder O. Man schleift ihn mit Schmirgel auf einer bleiernen Scheibe, auf einer zinnenen polirt man ihn. Er ist durch Krystalle von glasigem Feldspat oftmals porphyrartig, auch kommen in ihm Krystalle von Augit, Glimmerblättchen, Körner von Quarz, seltener von Chrysolith, zuweilen auch rothe und bräunliche Bruchstücke von Trachyt und Perlstein vor. Unter Einwirkung der äußern Luft lösen sich von der Oberfläche dünne Blättchen ab, die blindem Glas gleichen oder silberweiß und metallartig glänzen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 459Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6