Pariser Roth, n. (Mal.), 1. auch englisch Roth, polir roth, frz. rouge à polir, engl. jewellers red, erocus genannt, sehr fein zertheiltes, vor mechanischer Beimengung fremder Substanzen sorgfältig bewahrtes Eisenoxyd, welsches bes. zum Poliren optischer Gläser, Stahl⸗„Silber⸗ u. Goldwären dient. Die geringeren Sorten dienen zum Anstrich, als Wasser⸗ Kalk⸗ u. Oelfarben. Die feinste Sorte „zumn Poliren wird auf folgende Weife erhalten: Eine konzentrirte kalte Lösung von Eisenvitriol wird mit einer gesättigten Lösung von Opalsäure versetzt, solange gelber Niederschlag entfteht. Dieser wird gut mit destillirtem od. Regenwasser ausgewaschen, auf Linnen getrocknet und nachher in kupfernem Gefäß schwach geglüht, wodurch er sich vollständig in das feinste Eisenoxyd verwandelt. — 2. s. Bleifarben 4. Pariser Schwarz, auch Rußschwarz n, mehr od. weniger feiner Kienruß. Der deutsche Kienruß hat größeren Glanz. Man muß den Kienruß so wenig wie möglich mit der Luft in Berührung kommen lassen. Er enthält auch oft fremde Beimengungen, wodurch er für Malerei unbrauchbar wird u deshalb durch Ausglühen im großen oder durch UAetzlauge auf nassem Wege gereinigt werden muß. Er muß eine satte schwarze, in das Braune spielende Farbe haben u. dient, mit Firniß, Leimwasser oder trocknenden Oelen angemacht, zumAnstreichen von eisernen Beschlägen, Balkons etc.