Delvaux (Lorenz), belg. Bildhauer, geb. zu Gent 1695, erlernte seine Kunst vom 18. Jahre an bei nach 25nd Plumier in Brüssel und begab sich 1717 nach London, wo er neun Jahre verweilte und für Kirchen und Schlösser verschiedene Werke ausführte. Später hielt er sich eine Zeit lang in Italien auf, kehrte 1733 ins Vaterland zurück und erhielt den Titel eines Bildhauers Kaiser Karls VI. Nachdem er 1736 nochmals in England gewesen war, heiratete er die Witwe seines Messters Plumier und nahm seinen 3.— in Nivelles, wo er bis zu seinem Tode, 24. Febr. 1778, eine außerordentliche Thätigkeit entwickelte. Die namhaftesten seiner in Belgien KHankelin und daselbst befindlichen Werke sind: die Kanzel in der Kathedrale zu Gent, halb Eichenholz, halb Marmor, Fall und Erlösung darstellend, mit einer allegorischen Gruppe: die Zeit und die Wahrheit (aufgestellt 1745); die Kanzel und eine Gruppe: Betehrung Pauli, in der Gertrudiskirche zu Nivelles; der heil. Antonius und das Jesuskind, in der St. Albinuskirche zu Namur; ein heil. Lievinus (für die Jesuitenkirche in Gent, jetzt im dortigen Museum), endlich ein kolossaler Hercules mit dem Eber, in der Eintrittsrotunde des brüsseler Museums. D. Arbeiten zeichnen sich mehr durch kräftige Auffassung als durch Zartheit und Korrektheit der Zeichnung aus. — Der Landschaftsmaler Eduard D., geb. zu Brüssel 1806, gest. 1862, von dem das Museum in Brüssel mehrere geschätzte Bilder enthält, war der Enkel des vorigen.