Feedplatinum (Metall.)
NaturlehreBau-Lexikon 1881

platinum (Metall.), gediegenes Platinerz kommt in losen, meist hohlen Krystallen oder in rundlichen Massen oder Körnern vor, glänzt metallisch, hat hakigen Bruch u. lichtstahlgraue Farbe; ist vollkommen geschmeidig, biegsam ohne Elastizität, streck-u. hämmerbar und wiegt fast 21, läßt sich bis zu kaum sichtbaren Drähten ausziehen, wird von Salpetersäure nicht angegriffen und schmilzt sehr schwer. Das P. hat faft stets einen, wenn auch nur geringen Zusatz von Eisen, Titan, Chrom, Iridium, Rhodium, Palladium, Kupfer, in Begleitung von Gold, Spinell, Zirkon re. — Man kann das P. als Ueberzug auf andere Metalle, frz. platinage,engl. platinating, benutzen, wie auf Kupfer, Messing, Stahl und auch auf Porzellan. Auf Kupfer geschieht die Platinirung, indem man Platinaschwamm, welcher durch Zersetzung des Platinasalmiaßs erzeugt worden, mit 5 Th. Quecksilber amalgamirt (durch Reiben in einem Mörser) u auf das wohlgereinigte Kupfer aufträgt. Schwach platiniren kann man Messing u. Stahl, wenn man mit Schwefeläther durch Zusammenschütteln eine Plaftinaauflösung bereitet und in dieselbe das wohlgereinigte Messing oder den polirten Stahl eintaucht, s.d. Art. Doubliren. Die Platinirung des Porzellans gleicht é der Vergoldung desselben.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 553Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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