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PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Safron, m. (Bat.), frz. satran, m., engl.saffron (COro-Sus sativus All., Fam. Liliengewächse), ein Liliengewächs mit lilafarbige er, der Herbstzeitlose ähnlicher Blüte und niederem Wuchs. Man baut ihn im Mittelmeergebiet und verwendet seine dreitheiligen, rothgelben, starkriechenden Blütennarben unter dem Namen S. als Gewürz und Färbemittel. 200 000 Blüten geben 1 Pfd. dergl. Safran. SHafranboum, in. (Bot. Memeeylon, eine Baum-BERG O Universitatsbibliothe Hafrangelb, nu., Polychroit, gelber Farbstoff des Safrans; man erhält denselben, wenn man Safran mit Wasser zum Extrakt verdampft und dieses mit Spiritus auskocht, bei dessen Verdunstung eine rothgelbe, glänzende Masse zurückbleibt. Löst man diese Masse wieder in ö Wasser, so erhält man eine Farbstofflösung, mit welcher man Hölzer in verschiedenen Nuaneen des Gelb beizen kann. Safranholzbaum, m. (Bot.), hoher (Orocoxylom excelsum Hckl. et Zeph., Fam. spindelbaumartige Pflanze, Celastrineae R. Br.), ist ein hoher Baum des Kaplandes, dessen Holz als „Gelbholz vom Kap“ in den Handel kommt und eine schöne gelbe Farbe liefert. Saft, m.frz. seve, f. engl. sap. Der Zellsaft der Pflanzen besteht der Hauptmasse nach aus Wasser; in diesem sind eine große Anzahl sehr verschiedener, theils organischer, theils unorganischer Stoffe aufgelöst, je nach den Pflanzen an Menge und Beschaffenheit abweichend. In jüngeren Pflanzenzellen ist der Saft gewöhnlich (durch sog. Protoplasma, Pflanzenschleim, Bassorin) getrübt, in älteren wasserhell und farblos oder durch lösliche Farbstoffe gefärbt. Die wesentlichsten, im S.enthaltenen Stoffe sind; Stärke, Inulin, Gummi, Dextrin, Pektose, Pektin (Pflanzengallerte), Zucker, fette u. ätherische Oele, Harze, Wachs, Kautschuk, Gerbstoff, Klebermehl, Blattgrün, Alkaloide, Krystalle aus einer anorganischen Basis (meist Kalt) u. einer organischen Säure (Kleesäure, Apfelsäure, Citronsäure etc.), od.einer mineralischen Säure (Schwefelsäure, Phosphorsäure) bestehend. Die Bewegung des Saftes innerhalb der Pflanze findet statt sowohl in der Richtung von der Wurzel nach der Stengelspitze hin, als auch umgekehrt, und wird vermittelt durch die chemischen Einwirkungen der verschiedenen Stoffe auf einander, ferner durch physikalische Vorgänge, wie Endosmose und Exosmose, Kapillarität, stellenweise Verdunstung etc. Die in manchen Pflanzensäften enthaltenen ätherischen Oele und Harze tragen viel zur Konservation des Faserstoffes in den getödteken Pflanzen bei, während die Fette und kohlensäurehaltigen Stoffe, sowie auch viele der fogen. Extraktivstoffe und einzelne der Pigmente, bei dem Aufhören der Cirkulation, d. h. also nach Abhauen der Pflanze, sich mit den oben erwähnten Säuren in verschiedene Verbindungen setzen, welche auf die nicht flüssigen Theile der Pflanzen zerstörend einwirken; deshalb ist es zweckmäßig, gefällten Hölzern den S. zu entziehen, s. d. Art. Auslaugen u. Fäulnis; das Vertreiben des Saftes aus lebenden Bäumen aber erzeugt Holzverderbnis. Bastfarben, frz. ouleurs f. pl. de seve, engl. sapcolours (Mal.), sind zunächst Abkochungen von Pflanzenfarbstoffen, im allgemeinen diejenigen Farben, welche, im Wasser ganz oder theilweise lösbar, auf Papier gestrichen nicht decken, sondern durchscheinen und daher zum Aquarelliren und zum Koloriren von Kupferstichen und Zeichnungen verwendet werden. Bindemittel: Gummi arabieum oder Malzsirup aus Luftmalz. Diese Saftfarben werden im kleinen in Muscheln oder Porzellanschalen eingetrocknet oder zu Tuschen angefertigt, in größeren Massen in Blasen aufbewahrt, einige auch in flüssiger Gestalt als Tinten in den Handel gebracht. Zur Auflösung dient Wasser; vortheilhaft ist ein Zusatz von ein wenig Alaun, der die Farbe schönt und zur besseren Erhaltung des Extraktes dient. a) Blau. Gefällter Indigo oder Indigkarmin ohne weiteren Zusatz, mit Gummiwasser angeliglit / mothes 188456d4/0098 b) Braunz s. d. Art. Bister u. Sepia. 6) Gel b s. gelbe grün. Auch aus Artischocken wird eine grüne Saftfarbe bereitet. e) Roth; Cochenille wird mit Weinstein und wenig Wasser abgesotten und eingedunstet, Karmin mit Ammoniak digerirt, flüssig gebraucht oder eingedampft, Fernambukholz, Orseille, Persio, Saflorroth mit Alaun und Weinstein abgekocht, durchgeseiht u. eingedickt; s. auch d. Art. rothe Saftfarbe, Karmin, Cochenille, Krapp, Alizarin, Anilin.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 88Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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