FeedSchattenkonstruktion
BaukunstBau-Lexikon 1881

Schattenkonstruktion, k. Bei derselben macht man „folgende Voraussetzungen: 1. Die Lichtstrahlen gehen von einem Punkt aus oder sind parallel. 2. Sie pflanzen sich streng geradlinig fort. 3. Die Intensität des Lichts ist direkt proportional dem Cosinus des Einfallswinkels und indirekt dem Quadrat der Entfernung; endlich setzt man voraus, daß die Körper völlig undurchsichtig seien. — Die bei Beleuchtung eines Körpers entstehenden Schatten sind zweierlei Art, nämlich Schlagschatten und Selbstschatten od. Körperschatten. Unter den Schlagschatten versteht man den lichtlosen Raum, der dadurch hinter dem Körper entsteht, daß das Licht nicht in denselben eindringen kann; unter Schlagschatten auf einer Flüche den Durchschnitt dieser Fläche mit dem Schattenraum. In der Konstruktion wird dieser Raum als völlig lichtleer betrachtet, obgleich er es in Wirklichkeit wegen der Reflexion an benachbarten Gegenständen nicht ist. — Der Schattenraum ist also ein Prisma oder ein abgebrochener Kegel, dessen Spitze im Lichtpunkt liegt. Derselbe wird gebildet von sämtlichen Tangenten, die man vom Lichtpunkt aus oder in der Richtung der Lichtstrahlen an den Körper ziehen kann. Die Berührungskurve des Kegels und des Körpers trennt den Schattenraum von den Punkten des Körpers, welche Licht empfangen. Man nennt diese Linie die Grenze des Selbstschattens. Sind di u. d die Entfernungen zweier Punkte des Körpers vom Lichtpunkt, 11 Und i die ihnen zugehörigen Einfallswinkel, sowie I. und L die Intensitäten des von beiden Punkten empfangenen Lichtes, rung von Rissen konstruirt man den Schatten meist für Sonnenlicht u. läßt, wenn der Körper durch seine Parallelprojektionen gegeben ist, die Lichtstrahlen gewöhnlich in einer Richtung einfallen, welche mit den Projektionsebenen gleiche Winkel einschließt. — Um nun den Schatten darzustellen, d. h. die Projektionen zutuschen, bereitet man sich eine Skala; an den Punkten, wo cos 1 ⸗ ist, trägt man den Ton gar nicht auf; dort, wo oos 1 = 0,/ einmal, wo Cs 1= O, zweimal u. s. w. Auf den Punkten, wo Schlagschatten eintritt, wird der Ton zehnmal aufgetragen od. ein zehnmal stärkerer Tuschton verwendet. Ist die beleuchtete Fläche eine Ebene, so wird für dieselbe konstant, also auch die Intensität der Beleuchtung; eine Ebene ist daher gleichmäßig zu tuschen. Bei Kegeln und Cylindern haben sämtliche auf derselben erzeugenden Geraden liegenden Punkte dieselbe Tangentialebene, auch denselben Einfallswinkel.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 116Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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