Schleuse, k. I. Schiffahrtsschleuse, auch früher, weil von schließen abgeleitet, meist Schleuße geschrieben, Klause, franz. éeluse, f., engl. sluice, 1ock. Ist in Kanälen und Flüssen die Stromfahrt durch Stromschnellen, Wehre od. überhaupt durch zu starkes Gefälle od. Durchkreuzungen, oder durch Vereinigung zweier Kanäle von verschiedenem Niveau und andere Umstände behindert, so werden S.n angelegt. Es giebt nun nach der Art der Behinderung und nach der demgemäß zu wählenden Einrichtung und Konstruktion verschiedene Arten der Sen. A. Fangschleuse, auch Bapfschleuse, Kammerschleuse, franz. Ecluse à Chambre, engl. chamber-sluice, auch wohl vorzugsweise S. gen., s. Fig. 3088 u. 3089. Eine solche hat drei wesentliche Theile. 1. Das Schleusenhaupt, genauer Ober⸗ oder Vorderhaupt, frz. téte d'écluse, engl. Iookbay, lock-eroπτn, GG, d. i. eine halsartige, mittels der Thore verschließbare, stromaufwärts gerichtete und nach außen beträchtlich erweiterte Oeffnung. Das Thor bei 5 und. JPheißt oberes Thor, Oberthor, Flutthor, Wasserthor, franz. porte d'amont, de téte, engl. lood-gate, orown-SISLIortiEK gate, head-gate, water-gate, bei einer S. am Meer Ebbethor, seine Flügel schlagen stromaufwärts und legen sich dann in Mauervertiefungen (Lager, Wandnischen)/, Fig. 3088. 2. Die Schleusenzammer od. der Kasten, Kessel, B, C, frz. chambre d'écluse, neptune, m., engl. lockchamber, sluice-chamber, ist das Behältnis, worin die Schiffe stehen, während das Wasser sinkt oder steigt, also ringsum möglichst wasserdicht zu arbeiten und genügend groß für ein Schiff anzulegen. 3. Das Unterhaupt L, franz. queue d'éeluse, tété d'aval, engl. tail-bay, aftbay, tail-crown, ähnelt dem Oberhaupt; die Thorflügel schlagen auch hier stromaufwärts. Das Thor heißt Unter- oder Ebbethor (in manchen Gegenden aber Flutthor), frz. porte demouille, d'aval, engl. tail gate, aft-gate. Eine Kammerschleuse, welche, wie hier dargestellt, zweiflügelige