FeedSenkelschnur
BaukunstBau-Lexikon 1881

Senkelschnur, f. s. v. w. Bleiloth und Senkblei. Senzkelstein, m., 1. f. v. w. Ansetzer (s. d. 2.), insofern er zum Einrichten nach der Lothschnur dient; doch auch für Abgleichstein gebräuchlich. — 2. s. v. w. Kenard 5. (. d.). enken, intr. 3. 1. Jedes neue Gebäude wird und muß sich senken (franz. s'atlaisser, s'aréner, engl. to settle, arbeiten, s. d.), u. es kommt also nur darauf an, die Senkung in einer gewissen Gleichmäßigkeit zu erhalten; wenn die Lasten des Gebäudes selbst ganz gleichmäßig vertheilt sind, so muß man im Grundbau eine gleichmäßige Tragkraft zu erzielen suchen, also z. B. an einzelnen weicheren od. wässerigen Stellen diese Tragfähigkeit erhöhen (s. Baugrund u. Gründung); werden aber einzelne Gebäudetheile wesentlich schwerer, z. B. Thürme etc., so müssen diese einen stärkeren Grund erhalten, od. besser noch, man suche durch Bögen im Grund etc. einen Theil der Last solcher schweren Theile auf den Grund der leichteren mit zu vertheilen. Um aber durch die Senkung des Gebäudes in den Mauern möglichst wenig Risse u. Abtrennungen zu erhalten, baue man thunlichst schnell auf, lasse aber dann das Gebäude möglichst lange, etwa einen Winter u. die Hälfte des Frühjahrs, stehen, ehe man den Abputz und Ausbau beginnt. Verwerflich ist aber die leider hier und da noch sehr angepriesene Methode, das Fundament im Herbst zu legen u. den Winter über liegen zu lassen, ehe man weiter baut; man muß die ganze Belastung aufbringen, solange der Mörtel in den Fugen noch nicht vollständig erhärtet ist, vielmehr noch nachgiebt, etwa sich quetschen wollende Fugen also keinen zu großen Widerstand leisten und andere durch die Senkung zum Aufgehen getriebene Fugen sich noch erweitern können, ohne mörtellos zu werden. Das Seukmäß od. Sackmäß, d. h. das Mäß für die unvermeidliche Senkung, franz. affaissement, ist für die verschiedenen Materialien durch Beobachtung leicht zu ermitteln; für Mörtel 3. B. variirt es bei Ziegelmauerwerk von ½¾ — 1¼½ mm. für das Geschoß bei gewöhnlicher Geschoßhöhe von ½ bis 2 cm., s. auch d. Art. Schwinden. — 2. (Bergb.) s. v. w. absenken. =3. (Brunnenarb.) unter Kranz u. Brunnenmauer die Erde herausgraben, damit beides tiefer hinabsinke.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 189Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Baukunst 6