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BaukunstBau-Lexikon 1881

Sims, m., franz. moulure, engl. moulding. Jede gegliederte Begrenzungs⸗,Neigungs⸗ u. Verbindungsfläche. Ein Glied (s. d.) allein kann nie einen Sims ausmachen, mindestens 2—3 Glieder sind dazu nöthig; wird er komplizirter, so nennt man ihn Gesims (s. d.). Man theilt die Sie nach ihrer Stellung bes. ein in a) Fußsims, Sockelsims, s. d. Art. Sockel u. Fußgesims; kann entweder für das ganze Gebäude gelten, od. blos für einen Theil, dafern man das Gebäude, z. B. nach Stockwerken, in einzelne Theile zerschneidet. b) Gurtsims (s. d.). Der Gurtsims heißt Kaffsims, wenn er an einer Stelle angebracht ist, wo ein oberer zurücktretender Theil auf einem unten weiter vorstehenden ruht, Kragsims bei umgekehrter Stellung der Flächen. e) Sohlbank oder Brüstungsgesims; ist je nach dem Stil blos so breit wie das Fensterlichte, u. rechts u. links gerade abgeschnitten (gothisch), dann zwischen die Gewände eingeschoben, oder trägt noch die Gewände u. ist pale, engl. garland, chief-moulding. — Ein Hauptsims, zu Abschließung einer größern lothrechten, mehr oder solchen S. allerdings natürlichsten Horizontalrichtung geschieht, und wodurch das Gebäude, falls bei diesen Unterbrechungen die Horizontale noch wesentlich vorherrscht, einen um so leichteren, heiterern Charakter erhält, je feiner diese Unterbrechungen sind, während in strenger Regelmäßigkeit wiederkehrende und kräftigere Unterbrechungen mit vorwiegender Vertikalrichtung (3. B. die Fialen bei gothischen Kaffsimsen) dem Gebäude einen Charakter ernsten Aufstrebens, u. wenn sie einfach sind, wie Zinnen, etwas Strenges, Gewichtiges ohne Beimengung des Schwerfälligen verleihen. — In ihrer Form richten sich Hauptsimse natürlich nach dem Stil des Gebüudes und erhalten z. B. bei antikifirenden Gebäuden gewöhnlich die Form eines Kranzgesimses von einer Säulenordnung od. einiger Glieder eines solchen. Höhe u. Ausladung richtet sich nach den Stockwerken der Gebäude (mindestens 25 bis 28 cm. bei einem einstockigen, 37 —45em. bei einem zweibis dreistockigen Gebäude). Am dauerhaftesten und bei Wahl eines Steinformen verlangenden Stils das einzig Richtige sind natürlich die steinernen S.e. Man verfertigt sie von Ziegeln oder von Werkstücken. Die hölzernen S.e werden an die Balkenköpfe angezapft oder an Knaggen genagelt, die man an die Balken befestigt od. in die Mauern einlegt. Man streicht sie in der Regel mit Oelfarbe, um ihnen eine größere Dauer zu geben, und bepudert sie, um Unwahrheit und Unsinn voll zu machen. Bei Wahl von Holzformen wird man in der Regel die Sparren sehen lassen oder, dafern man sie verschalt, die Unterseite der ö Hängeplatte schräg, nach der Sparrenschräge, laufen lassen, wodurch man sogar im Anschluß an antike Formen den Holzcharakter beibehalten kann. Bei der Wahl mittelalterlicher Holzarchitektur muß die eigentliche Konstruktion zur ästhetischen Geltung gebracht werden, indem man Balkenköpfe, Sparrenköpfe, Aufschieblinge etc. sehen läßt u. die zwischen dieselbe gehörende Bretausfüllung gliedert. Bei der einfachsten derartigen Gestaltung genügen Breter, welche an die Balken genagelt sind, ferner Schlußbreter zwischen den Sparren u. Verwahrung der Sparrenköpfe durch Wetter⸗ oder Traufbreter. Die Gestaltung der S. e kann natürlich ungemein manchfach sein.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 213Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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