Gesims, n., frz. moulure, f., engl. moulding, Gesamtheit einer Gliedergruppe od. Simsgruppe. Man theilt sie ein in a) Fuß⸗ oder Sockelsims, s. d. Art. Sockel. b) Gurtsims (s. d.), zu denen auch die Balkengesimse (s.d.) gehören. ) Haupt⸗, Deck-od. Schlußgesims, zu diesen gehören die Obergesimse der einzelnen oder fortlaufenden Postamente, vor allem aber die Dach⸗ oder Kaffsimse, s. d. Art. Hauptsims. d) Die Deckengesim se (s.d.), die man wieder in Wandschlußgesims, Kehlsims u. Deckenschlußgesims eintheilen kann. e) Fenstergesims; dahin gehören die verzierten Sohlbänke, Verdachungen etc. k.) Thürgesimse, zu denen zwar auch die Verkleidungsgesimse gehören, meist aber nur die Thürverdachungen gerechnet werden. Die meisten Geesollen dienen, um Regen etc. von dem Herunterlaufen an dem Haus abzuhalten; danach muß ihre Profilirung eingerichtet werden. In ästhetischer Beziehung dienen die G.ehauptsächlich dazu, die tragenden Theile von den getragenen zu trennen, diese Trennungen und Uebergänge, den Charakter u. die Funktionen der einzelnen Theile deutlich auszusprechen, auch wohl eine Fläche abzuschließen oder zu unterbrechen, eine schöne Schattenwirkung hervorzubringen u.den befriedigenden Eindruck des Geschütztseins zu machen. Die besonderen Haupttheile eines G.es sind in der Regel ein stützender, ein schützender u. ein bekrönender Theil. Die Höhe eines G.es richtet sich zunächst nach der Höhe des Gebäudes, u. nimmt man im allgemeinen den 13. 20. Theil der Gebäudehöhe zur Höhe des Kaffsimses an, wobei jedoch je nach dem geiglit / mothes 1882bd?/0448 K Heidelberg DFC wählten Stil oder erstrebten Charakter manchfache Abweichungen eintreten. Man fertigt die Ge entweder aus gearbeiteten Quadersteinen, aus Ziegeln (Gesimsziegeln), aus Holz, oder stellt sie durch Ziehen her; s. d. Art. Schablone, Gipssims etc. Mit Bretern verkleidete, die Steinkonstruktion nachahmende G.e sind zwar jetzt leider sehr häufig,l aber unbedingt zu verwerfen, ebenso die in Gips gezogenen, da, wo sie dem Wetter ausgesetzt sind. In steinarmen Gegenden gestalte man die G.e entweder als Holzsimse, indem man die Balken⸗ oder Sparrenköpfe sichtbar macht u. mit Schnitzwerk versieht, u. die Felder zwischen ihnen ebenfalls passend verziert, oder man stelle sie aus Backsteinen her. Dazu kann man entweder Formziegel, sogenannte Gesimssteine, anwenden, oder auch gewöhnliche Mauer⸗, Dach⸗ und Firstenziegel in verschiedenen Zusammenstellungen. Man unterscheidet bes. laufendes, richtiger liegendes, d. h.wägrecht liegendes G., frz. . horizontale, engl. running m.; steigendes od. stehendes G., frz. m. montante, verticale, engl. rampant m., welches lothrecht aufsteigt; ansteigendes G., frz. m. rampante, oblique, engl. raking m., d. h. schräg aufsteigendes G., meist am Giebelschenkel; glatt durchlaufendes G., auch schlechthin laufendes G. genannt, frz. m. Continuée, engl. continuous m.; verkröpftes G., frz. m. recoupée, engl. turned m., carried round m., bent m. etc. Die Gesamtheit aller Ge an einem Bau nennt man Simswerk, frz. ensemble de moulures, engl. dressing, body of mouldings. IMI.]