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BaukunstBau-Lexikon 1881

Spanholz, u., franz. bois d'sclisses, engl. wood for making slips, s. d. Art. Spaltholz und Span. spanische Besestigungsmanier, k., s. d. Art. Befestigungsmanier; s. Areide, s. d. Art. Speckstein; ss Gelb, so heißt auch das Auripigment (s. d.); ser Reiter, starke, gespitzte, auch wohl mit Eisen beschlagene Andreaskreuze, im Festungsbau (s. d.) als Hindernis gebraucht. Es werden deren mehrere durch einen Querbalken verbunden; ser Schild, s. d. Art. Heraldik III. 3.; s Rohr, s. d. Art. Rohr u. Rotang; s. Wand, frz. paravent, engl. folding-screen, transportable, in der Regel zusammenklappbare, aus mit Tapeten bekleideten leichten Rahmen bestehende Holzwand. Sie wird benutzt, um Säle oder größere Räume in kleine Zimmer zu verwandeln und wieder beliebig herzustellen, ferner als Bettschirm etc., ss Schwarz, od. Korkschwarz, gewinnt man durch Verkohlen des Korkes in verschlossenen Gefäßen. Unter allen schwarzen Farben reibt sich diese am saures Wismuthyryd; s. d. Art. Perlenweiß. panisch-gotzische Vauweise, k., frz. style gothie d'Espagne, engl. gothic architecture in Spain, sp ar quiteotura tudesca. Nachdem die im J. 41 eingedrr genen Gothen beinahe 300 Jahre lang Spanien beherr hatten, wurden sie von den Mohammedanern auf ein Mi mum von Länderbesitz reduzirtz aber dies Minimum wu u.arabischenElementen, während ihre späteren Theile der Kathedrale zu Leon, 1199 Cebrian begonnen, namentlich Thürme an der Hauptfaçade, schon entwickelteren Stil zeigen; der Grundriß von Rheims ebenso verwandt als Acerenza etc. in Apulien. Andere, etwa hängen noch an der mozarabischen sich z. B. an der Kirche S. Pablo zu Saragossa, Fig. 3205, als Vermittelungsstufe zu der Gothik dokumentirt. Das Hlo-Huelgas bei Burgos, 1180, ist noch völlig normannisch (. d.). Der Kampf zwischen den neueren und den verschiedenen alten Formsystemen zeigt sich an vielen Bauten der Zeit von 1180—1210, 3. B. zu Veruela, Bajadoz, Cervera, an Santa Maria antigua zu Valladolid, sowie an der 1177 begonnenen, damals also im Bau begriffenen Kathedrale zu Cuenca, an Santo Domingo de la Calzada 1180, zu Solsona 1187, Ciudad Rodrigo 1190, an der 1208 begonnenen Kathedrale zu Lerida, ferner an den 1218 gebauten Kirchen Santa Maria zu Valdedios, S. Vicente zu Avila, Santa Clara zu Burgos; in ersteren beiden verstecken sich die Strebebögen noch unter dem Dach, ebenso an der schon 1091 von Alvar Garcia begonnenen, aber von 1215 an umgebauten Kathedrale zu Avila. Alle diese und noch viele andere Bauten tragen das Gepräge des Herausbildens eines neuen Stils, der aber erst an den alten Theilen der 1221 begonnenen Kathedrale zu Burgos, s. Fig. 3206 U. 3207. zu einer solchen Entdie bauführenden Werkmeister, so doch ein guter Theil der an den Bauten beschäftigten Steinmetzen Deutsche gewesen. Die Kathedrale von Toledo hat wohl kaum der erst 1323 am 10. Nov. (nicht 1275, wie meist berichtet wird) hochqbetagt verstorbene Petrus Petri entworfen, den die Spanier meist unter dem Namen Pedro Perez als ihren Landsmann bezeichnen. Auch ist sie überhaupt nicht 1227 ganz neu begonnen, denn das ebenfalls dem Pedro Perez zugeschriebene Portal des „verlorenen Sohnes“ ist 1226 vollendet. Die unteren Theile der Thürme, die Kapelle im südlichen Thurm, der 1631 durch eine Kuppel abgeschlossen ward, und selbst die Triforien im Chorumgang sind mozarabisch. Die Stiftung u. Grundsteinlegung von 1227 kann sich also nur auf einen umfassenden Umbau beziehen. Der nördliche Thurm wurde 1380 von Alvar Gomez begonnen, der Kreuzgang 1389 von Rodrigo Alonso, die Thüre des Gerichts 1418 von Alvar Gomez, aber der achteckige Oberbau des nördlichen Thurmes, s. Fig. 3209, sowie das Löwenportal ist 1440 von Anequin (Hanneken) aus Brüssel vollendet, dessen Sohn Heinrich bis 1494 thätig war. Den 26. Nov. 1504 vollendete Dietrich Copin aus Holland u. Philipp von Burgund Amberes mit Hülfe des Johann von Burgund die Chorcancellen in der Mitte des Hauptschiffs, s. Fig. 3210, obschon damals Alvar Perez de Montemayor Werkmeister war, dessen Stelle 1507 Copin einnahm. Die Chorstühle hatte 1495 Lukas von Holland begonnen. Noch eine Menge deutscher Namen kamen in Toledo vor. In Sevilla begegnen wir an dem 1401 begonnenen Umbau der Kathedrale aus einer Moschee, 1462 —1472 dem Werkmeister Johann Normann, 1482 dem Schmied Dankart, dann einem JuanAleman, offenbar Beide Deutsche. Johann von Köln baute 1420 die Karthäuserkirche zu Miraflores und begann 1442 nach langer Pause den Hochbau an der Kathedrale von Burgos, s. Fig. 3206; sein Sohn Simon förderte bes. den Thurmbau, während die Vierungskuppel 1539—1567 von Philipp von Burgund-Vigarni erbaut wurde. 1504 malte Cristoval Aleman u. 1518 Bernhardin anzuführen, mangelt hier ebenso der Raum als zu Aufzählung der bedeutendsten Bauten der Zeit von 1230 bis 1553, wo Juan de Cerecedo, der Werkmeister des Doms zu Oviedo, daselbst die gothische Dominikanerkirche begann. — Was nun den Entwickelungsgang anlangt, so treten in den Bauten des 13. Jahrh. die normannischen Elemente in der Disposition u. Konstruktion theils allein herrschend auf, wie in Fig. 3211, der 1258 gegründeten Kirche zu Gandia, theils doch sehr in den Vordergrund, während die mozarabischen Formen in Fenstern, bes. aber in kleinen Gallerien, Triforien sowie am Holzwerk sich halten, byzantinische zurücktreten. Zu Ende des 13. u. Anfang des 14. Jahrh. erscheint der Stil in Aragonien und Valeneig ziemlich rein, in den westlichen Theilen noch immer mit mozarabischen Formen durchsetzt. Um Mitte des 14. Jahrh. sind diese Formen zwar assimilirt, aber ihre Nachwirkung zeigt sich in der häufigen Anwendung geschweifter Bögen u. bes. in der Liebhaberei für ungemein reiche Ausstattung mit goldschmiedehaft kleinen und zierlichen Details, sowie in der Vorliebe für Kuppeln, welche neben den fast deutsch gedachten Thürmen und Streben oft unharmonisch erscheinen. — Ein ungemeiner Baueifer entwickelte sich bes. tsbibliothek Heidelberg schaft wollte nicht zurückbleiben. Entwerfung u. Ausführung aber war jetzt fast lediglich in den Händen von Ausländern; Deutsche und Niederländer in großer, Franzosen und Italiener in kleinerer Zahl wanderten ein, u. unter ihren Händen, durch ihren oft wechselnden Einfluß, gleichzeitig mit der nicht zu vermeidenden Einwirkung der maurischen Elemente, entstand ein Stil, sog. götico florido, der, weit entfernt von der Keuschheit der frühern deutschen Gothik, selbstdiedamals geübte blühende Gothik Frankreichs und die systemlose Gothik Italiens noch weit übertrifft an Zügellosigkeit phantastischen Schwungs. Die Kühnheit gothischer Konstruktion wird hier zu einer mit den Bedingnissen u. Gesetzen des Gleichgewichts spielenden „Verwegenheit. Die schen Bauweise etc., sind w. sachen, daß die Gothik sich jedem andern Land, und na der Frührenaissance einen zu leisten vermochte. Wir g Fig. 3208 noch eine Thüre spiel, wie man zu Beginn des mit maurischen Formen ver lich einfachen Profanbauten ja doch auch die 1510 erbaut ragossa, Fig. 3212, daß m von den Mauren überkomme mit bunten Fliesen u. an der Theilung der Wände durch der Dächer durch mehrere wieder auf diefelben zurückg

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 221Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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