Steinpappe, f., frz. carton-pierre, m., engl. carton-Pier, I. zu Dachdeckung (s. d.). Die dazu bestimmte Pappe wird in siedenden Theer getaucht, dann in heißes Wasser gelegt, dann wieder 5 Stunden lang in Theer gesotten und endlich mit Sand bestreut.—2. Zu Verzierungen im Innern (zu Kapitälen, Rosetten, Bilder⸗ u. Spiegelrahmen, Leuchtern, Ampeln etc.); wird auf verschiedene Weise bereitet: a) in einem gut gereinigten Faß von der nöthigen Größe mische man 18 kg. Schlämmkreide mit kg. feinem Gips, dann koche man 60 g. trockene, feine Papierstreifen und zerreibe od. zermalme sie ganz fein. Dazu gebe man 15 g. feingestoßenen Alaun und 4 g. rohe Baumwolle. Alles dies vermische man gut mit einander; ferner lasse man 2½ kg. guten Leim u. 1½ kg. feinen Firniß in 2J. Flußwasser eine Stunde bei gelindem Feuer kochen, dann gieße man den Sud heiß auf die im Fasse bereits befindlichen Ingredienzen, rühre sie sofort gut durch einander, u. zwar so lange, bis die Masse anfängt steif zu werden. Diese Masse drückt man in die aus Gips oder Zink verfertigten Formen scharf ein, läßt die Form mit der eingedrückten Masse in einer Trockenkammer bei 35—40 Hitze 24 Stunden stehen u. formt dann aus. Die so verfertigten Gegenstände erhalten eine außerordentliche Festigkeit u. haben die Eigenschaft, daß sie jede Färbung, Vergoldung, Versilberung u. Polirung leicht annehmen; b) f.d. Art. Papiermache; c) 1 Th. Faserstoffe, im Holländer zertheilt, 3 Th. Wasserglas, 1 Th. Kalk, 2 Th. Thon, 1 Th. Sand, 2 Th. Zinkoxyd werden zusammen gemahlen u. innig gemischt; die so hergestellte knetbare Masse ist zu Ornamenten, doch auch zu Dachdeckungsplatten, Fußboden, Wandverkleidung etc. brauchbar. Zu Herstellung glatter Oberflächen überzieht man die Formen vorher innerlich mit derselben Masse, doch dünner und ohne die Faserstoffe angemacht.