FeedStuckmarmor
Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Stuckmarmor, m., 1. s. d. Art. Gipsmarmor u. Stuck 5. Und 6. — 2. s. d. Art. Inpastation. — 3. In Platten; Kugeln aus Gips und verschieden gefärbtem Leimwasser werden zu einer großen Kugel zusammengeknetet u. dann breit gewalzt; muß sehr schnell geschehen; s. auch d. Art. Gipsmarmor. — 4. Zu Tischplatten, Konsolenetc. Von den einzelnen gefärbten Teigen werden unregelmäßige Stücke von verschiedener Größe abgerissen und, mit Gipsmehl bestreut, in eine Schüssel gethan; feiner Gips wird nun mit der gewünschten Grundfarbe des Marmors dünn angemacht, dieser Brei auf einen Tisch geschüttet, die Schüssel darauf ausgeschüttet u. Alles unter einander geknetet, doch nicht zu sehr, dann aber in die Form gebracht, die für Tischplatten blos aus einem Tisch mit Rand besteht, darin gehörig ausgebreitet, fest gedrückt und endlich mit grobem Gips die Form vollgegossen; nach zwei Tagen wird die Form abgenommen u. umgedreht. Die dadurch zur oberen gewordene untere Fläche wird mittels eines Spachtels mit Gips von der Grundfarbe ausgebessert, dann geschliffen wie 3 und zuletzt nochmals mit in Leimwasser angerührtem Gips bestrichen, wieder abgeschliffen, mit Baumöl gestrichen, mit einem feinen leinenen Lappen abgewischt und mit Sämischleder nachpolirt. — 5. Auf Wände. Die Wand erhält einen rauhen Anwurf von Gips und Kalk, auch werden damit alle Simse und Kehlen gezogen. Nun wird Gips mit Leimwasser zu einem Brei angemacht, mit Erd- und Saftfarbe, die ebenfalls mit Leimwasser angemacht ist, gefärbt, je nach Wunsch, in Rollen gekneiet, diese Rollen wieder zusammengeknetet, auf die Wand aufgewalzt und dann gespachtett; eingesprengte einzelne Flecke werden nachträglich aufgebracht; nach dem Ausbessern einzelner Lücken etc. wird mit Sandstein, dann mit Bimsstein und endlich mit Bluistein geschliffen. — 6. Die rohe Wand wird mit Gips u. scharfem Sand, zu gleichen Theilen mit Leimwaffer als Mörtel angemacht, geputzt (Spritzwurf), dann eine teigartige Masse von Gips (gefärbt) und Leimwasser aufgelegt, die folgendermaßen bereitet wird. Gips wird mit Leimwasser zu einem Teig verrührt und in Wasser abgerieben, dann die betreffende Farbe zugesetzt und einzelne Teigstücke verschiedener Töne an einander gereiht, dabei reine Gipstügelchen dazwijchen gestreut, dann miltels einer Kelle mit dünnem Brei aus Gips, Leimwasser und Farbe übergossen, gerollt, in Scheiben geschnitten, in Wasser getaucht, auf den ebenfalls befeuchteten Grund gebracht und mit der Kelle festgestrichen; wenn es trocken geworden, gehobelt und mit Sandstein unter Anfeuchten abgerieben, dann nach einigen Tagen (ganz trocken) mit Grünstein geschliffen, gereinigt, etwaige Poren etc. mit dem Teig ausgefüllt und mit einem Buchenholzbretchen mit schiefer Kante abgezogen etc. Dann wird noch einige Male die Masse mit dem Pinsel aufgetragen und nach der Trocknung abgezogen und geschliffen, endlich mit Blutstein polirt; häufig auch noch mit Leinöl getränkt, dann mit in e Terpentinöl aufgelöstem weißen Wachs überstrichen und mit wollenem Lappen gerieben. Zu vergoldende Stellen erhalten einen Grundanstrich aus reinem gelben Ocher, Zinnober, Oelfirniß; wenn er noch etwas klebrig ist, werden die Goldblättchen aufgetragen, mit Baumwolle getupft und e nach der Austrocknung mit weichem Pinsel überstrichen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 286Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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