FeedTerpentinöl
PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Terpentinöl, zwei sauren Harzen u. einem im Wasser löslichen Körper von bitterem Geschmack, und wird hauptsächlich von Pinus sylvestris (Kiefer) gesammelt; er erhärtet bei längerem Aufbewahren an der Luft. Der französische T. kommt von der Strandkiefer (Pinus pinaster) und ist dem deutschen in Ansehen, Geruch u. Geschmack ähnlich; er besitzt die Eigenschaft, mit gebrannter Magnesia zu erhärten. Der beste ist der Bordeauxterpentin. Der Straßburger T., von Pinus picea, ist klar, während der venetianische T., der von Pinus larix, dem Lärchenbaum, stammt, milchig getrübt erschein. Der karpathische T. stammt von P. Cembra, der Zirbelkiefer, und ist dem ungarischen ähnlich, welcher aus abgeschnittenen Zweigen von P. pumilo ausfließt. Der cyprische T., die feinste Sorte, von der Terpentinpistazie (Pistacia terebinthus), ist theuer, da ein großer Baum jährlich höchstens 250 g. erzeugt. Der amerikanische T. kommt von der amerikanischen Sumpfkiefer, P. palustris in Virginien, der Weihrauchskiefer, P. paeda, der Weymuthskiefer, P. strobus etc. Ein dem T. ähnlicher Saft wird aus demostindischen Satinbaum (Chloroxylon Swietenia) gewonnen; s. auch d. Art. Canadabalsam, Baumkitt, Baumwachs etc. Die verschiedenen Terpentinsorten finden bes. Verwendung zu Firnissen u. dergl. und zu Darstellung des Terpentinöls.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 320Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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