FeedTripolith
Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Tripolith, m., frz. tripolite f. (der Name ist wohl von Tripel abgeleitet, nicht von Dreifach u. Stein, wie Geh. Rath v. Langenbeck meint, wo er Triplolith lauten müßte); ein von Bernh. v. Schenck in Heidelberg erfundenes Surrogat für Gips, oder vielmehr ein Material, welches den Gips verdrängen soll; es ist ein graues Pulver, der Hauptsache nach aus Caleium, Silicium u. Eisenoxyd bestehend, weicher und feiner als Gips, mit demselben von gleichem Gewicht, aber weniger hygroskopisch, daher in angemachtem Zustand u nachher leichter als Gips, bindet eben so schnell wie dieser, was jedoch etwasverzögert werdenkann, wodurch, verschweigt die Fabrik. Einmalerhärtet und trocken, nimmt der T. kein Wasser mehr an, ist daher auch frostbeständig, kann mit Lauge und Seife abgewaschen werden, wird sehr fest, hat eine gelblichgraue Farbe, treibt nur unbedeutend, hält starke Erhitzung aus etc.; bei Berwendung zum Putz ist eine Beimengung von gleicher Masse von Grubensand oder doppelter von Flußsand zu empfehlen; im Trocknen kann man auch noch Kalk beimengen. T. zu Stuckzwecken kostet per Centner M. 3,35, für Bauzwecke M. 1,5. — Näheres durch die Fabrik selbst.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 373Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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