Vergolderpinsel oder einer Karte auf und trägt sie damit auf den zu vergoldenden Theil, indem man etwas darauf bläst, damit die Blättchen glatt aufliegen, worauf man sie mit dem Aufstauchpinsel sanft andrückt, mittels Baumwolle ausbreitet und mit dem Polirstahl überfährt. Auf diese erste Schicht kommt eine zweite, dann nach Bedarf eine dritte, bisweilen sogar eine vierte. Nach jeder Schicht bewirkt man die Anhaftung des Goldes durch Reiben mit dem Polirstahl. Nach der letzten Schicht giebt man durch stärkere und längere Anwendung des Polirstahles den nöthigen Glanz. Bei minder feinen Arbeiten lackirt man einfach die V., was auch im Freien mehr Dauer giebt. Als ersten Anstrich für zu vergoldende Gegenstände kann man auch statt des Leimwassers einen Ueberzug von Leinöl, das mit Bleiweiß abgerieben und mit Terpentinöl verdünnt wurde, anwenden; nach dem Trocknen dieses Grundes giebt man einen zweiten, welcher durch Auflösen von 4 Th. Schellack, 2 Th. Sandarach, 1 Th. Mastix und 30 Th. Weingeist bereitet ist. Behufs theilweiser V. von 5 Gegenständen, die mit Oelfarbe gestrichen sind, z. B. von farbe, bevor sie ganz getrocknet ist, das Blattgold auf und drückt es mittels Baumwolle an, wobei es nach dem völligen Trocknen der Farbe sehr fest und dauerhaft anklebt. ) Oelvergoldung auf Stein. Der Stein wird zweimal mit stsbibliothek Heidelberg I Oelgoldgrund überstrichen, dann wie gewöhnlich verfahren. — 3. Vergoldung von Veder, Papfer, Geweben etc. Die Gegenstände werden, wenn der Grund glänzend sein darf, mit dünnem Eiweiß überstrichen, nach dem Trocknen desselben ganz schwach mit Oel eingerieben, das Blattgold auf die betreffende Stelle gelegt u. dann mit den etwas über 1005 warmen Metallformen aufgepreßt. Wenn der Grund matt bleiben soll, so bestreut man die zu vergoldenden Stellen mit einem sehr feinen Harzpulver (Mastix, Sandarach u. dergl.) ganz dünn und verfährt mit den Metallformen auf dieselbe Weise. Unmöglich können wir hier auf alle abweichenden Methoden eingehen, sondern verweisen auf die Spezialliteratur. B. V. der Metalle. 1. Vergolden mit Blattgold, kalte V., frz. dorure au froid, au pouce, engl. cold gilding, gilding by the rag, a) durch Aufkleben mit Firniß, geschieht entweder, indem man polirte Metallflächen mit Bernsteinfirniß überzieht, den man so weit trocknen läßt, daß er kaum klebt, dann die Goldblättchen auflegt, vorsichtig erwärmt u endlich nach dem Trocknen mit Achat zum Glanz polirt; oder daß man das Metall mit einer Farbe aus Bleiweiß u. Leinölfirniß, dem man etwas nicht trocknendes Oel und etwas Terpentinöl zugesetzt hat, grundirt. Dann überstreicht man einige Male mit Bleiweiß, das mit fettem Oel angerieben ist. Ehe der letzte Anstrich ganz trocken geworden, belegt man ihn mit Blattgold und drückt dieses fest an. b) Auf polirtem Oelgrund; wird hergestellt, indem man den Grund aus Bleiweiß mit dem halben Gewicht Ocher, etwas Glätte mit fettem Oel angerieben, bereitet, darauf den in àa erwähnten Grund in 6 —8 Lagen aufträgt. Diesen Grund schleift man nach dem Trocknen mit Bimsstein und überzieht mehrere Male mit einem Lackfirniß, den man wieder mit Schachtelhalm und Zinnoxyd schleift und dann polirt. Auf die polirte Fläche trägt man eine äußerst dünne Schicht Firniß und belegt diese, sobald sie zähe geworden ist, mit Goldblatt, welches mit Baumwolle und Dachshärpinseln angedrückt wird. Nach dem völligen Trocknen des Beleges wird mit Tripel und zuletzt mit Stärkemehl polirt. e) Durch Adhäsion. Man überzieht zu diesem Zweck die fein polirten Gegenstände, wie Säbel, Gewehrläufe etc., mit Aetzgrund, ätzt die für die Verzierung von Aetzgrund wieder entblößten Stellen mit Salpetersäure rauh, spült mit Wasser ab, entfernt den Aetzgrund mit Terpentinöl, erhitzt und legt auf die rauh geätzten Stellen Blattgold in doppelter Lage, drückt dieses fest an u. polirt dann mit dem Polirstahl. Statt zu ätzen, macht man wohl auch die zu vergoldenden Stellen mit scharfen Messern rauh (daher rauhe V.) und belegt sie mit Blattgold, das fest angedrückt und nicht polirt wird. 2. Vergoldung auf trockenem Wege, Feuervergoldung, frz. dorure au feu, engl. hot gilding, fire-gilding. Sie findet am häufigsten Anwendung auf Bronze, Messing, Argentan und Silber; sie beruht darauf, daß man Goldamalgam auf den zu vergoldenden Gegenstand aufträgt u. dann so weit erhitzt, bis das Quecksilber verdampft. Um die Oberfläche der Gegenstände für die Aufnahme des Goldamalgams geeignet zu machen, glüht man die zu vergoldenden Gegenstände vorher und taucht sie dann in eine Vorbeize, bestehend aus 1 Th. Schwefelsäure und 10 Th. Wasser, worin die Oxydschichten sich auflösen. Nachdem man mit Kratzbürsten gereinigt und die Gegenstände im Wasser abgespült hat, taucht man sie in die Schnellbeize, ein Gemisch aus 1 Th. konzentrirter Schwefelsäure und 2 Th. Salpetersäure, dem etwas Kochsalz zugefügt wird; diese Art greift das Metall stark an und nach der Herausnahme erscheint die Oberfläche wie mit feinen Poren bedeckt; man spült gut mit Wasser ab und taucht die Gegenstände in das sogenannte Quickwasser, eine Auflösung von 10 Th. Quecksilber mit 10 Th. Salpetersäure von 36B., und trägt dann mit der angequickten Kratzbürste das Goldamalgam (dargestellt aus 1 Th. Gold u. 6 bis 8 Th. Quecksilber, welche Mischung man bis zur vollständigen Lösung des Goldes zum Sieden erhitzt; nach tdem Erkalten preßt man das überschüssige Quecksilder durch einen Lederbeutel ab, wobei das Amalgam als plastische, weiche Masse im Beutel bleibt) möglichst gleichmäßig auf das Arbeitsstück, bis man einen hinreichend dicken Ueberzug erreicht hat. Die Gegenstände werden dann zwischen erwärmten Sägespänen getrocknet und endlich auf einem Rost über Holzkohlenfeuer so stark erhitzt, das alles Quecksilber entweicht. Die matte Oberfläche wird dann schließlich durch Abbürsten gereinigt und mit dem Polirstahl polirt. Soll die V. matt bleiben, so nimmt man die Operation des Mattirens vor. 2 Th. abgeknistertes Kochsalz „werden mit 4 Th. ganz trockenen Salpeters aufs innigste gemischt, dann mit 3 Th. Salzsäure übergossen und bis zur Chlorentwickelung erhitzt. In diese Flüssigkeit taucht man die vergoldeten Gegenstände, welche nach wenigen Minuten die gewünschte matte Farbe zeigen. Aus der Flüssigkeit bringt man die Gegenstände zuerst in kochendes Wasser, dann in kaltes, und trocknet dann zwischen Sägespänen oder Leinwand. Eisen u. Stahl nehmen bekanntlich das Quecksilber nicht an. Um diese Metalle nun durch Amalgamation zu versilbern od. zu vergolden, verkupfert man die betr. Gegenstände erst und bringt dann die Versilberung oder Vergoldung mittels Silber⸗ oder Goldamalgams nach dem gewöhnlichen Verfahren auf; s. d. Art. Goldamalgam, Amalgam, Quecksilber etc. Soll eine Zeichnung oder Damaseirung in Gold oder Silber auf wird auch die ganze Fläche verkupfert, dann aber werden alle Stellen, welche versilbert od. vergoldet werden sollen, mit Asphaltfirniß überzogen, worauf man den Gegenstand in Chromsäurelösung taucht, welche an den nicht mit Firniß bedeckten Stellen das Kupfer auflöst u. das Eisen oder den Stahl bloslegt. Man entfernt nun den Firniß mittels warmen Terpentinöls, wodurch das Kupfer wieder blosgelegt wird, und führt dann die gewöhnliche Feuer⸗