FeedGlanzgold
Haus & KücheBrockhaus 1882

Glanzgold dient zum Verzieren von Porzellangegentänden, bei denen es weniger auf Dauer-Iunaszet der Vergoldung, als auf geringe Herstelungskosten ankommt, so bei der Anfertigung von Nippfiguren, bei der Verzierung von billigen Geschirren u. dgl. Zur Darstellung des G. löst man 10 g Gold in Königswasser, verdampft die Lösung, um alle freie Säure zu verjagen, im Wasserbade zur Trockne und löst den Rückstand in 90 g Schwefelbalsam; letztern erhält man durch Erhitzen von 1 Teil Schwefel mit 5 Teilen Terpentinöl, das vorher einige Tage lang in dünner Schicht ausgebreitet der Luft ausgesetzt gewesen ist. So bereitet, bildet das G. eine dickflüssige, braunschwarze Flüssigkeit, die eventuell durch Zusatz von etwas Lavendelöl so weit verdünnt wird, bis sie leicht aus dem Pinsel fließt; doch darf die Verdünnung nicht zu weit getrieben werden, weil sonst statt des Goldes nur rote bis blaue Farben entstehen würden. Das G. wird mit dem Pinsel auf die Glasur des fertig gebrannten Gegenstandes aufgetragen und dann durch nicht zu starkes Erhitzen in der Muffel eingebrannt, bis die Goldfarbe glänzend erscheint. Auf leiche Weise wird Glanzplatin und Glanzilber verwandt. Ersteres erhält man durch Verreiben von trockenem Platinchlorid mit Rosmarinöl und Verdünnen der sich dabei bildenden harzigen Masse mit Lavendelöl; Glanzsilber entsteht beim Verreiben von Höllenstein mit Lavendelöl. Die Verwendung des Glanzsilbers ist wenig zu empfehlen, da der Farbenton des Silbers zu weni vom Porzellan verschieden ist; man erzielt Epfaf bessere Effekte durch Verwendung von Glanzplatin, da die Farbe des in letzterm enthaltenen Metalls besser von der Grundfarbe absticht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 74Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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