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BaukunstBau-Lexikon 1881

Verzierung, k., franz. ornement, m., engl. ornate, so nennt man alles Dasjenige, was Bautheilen hinzugefügt wird, um sie angenehmer zu machen, ohne zur Konstruktion nöthig zu sein. Es kann eine beträchtliche Menge von Vren unter Berücksichtigung der Schicklichkeit ohne Ueberladung angebracht werden. Doch machen V.en ein Gebäude nicht schöner, wenn dessen wesentliche Theile, Fenster, Thüren, Schäfte etc., an sich nicht schöne Verhältnisse haben. Ist dies der Fall, dann sind V.en wohl geeignet, die Schönheit noch zu erhöhen. Sind aber die Verhältnisse an sich unschön, oder werden die Ven nicht mit richtigem Takt angebracht, so kann leicht Ueberladung, bei zu wenig V. Kahlheit entstehen. Man hüte sich, nicht zu viel passive V.en anzubringen, d. h. solche, die eben blos als V. auftreten, ohne irgend einen organischen Zusammenhang mit der konstruktiven Form des Gebäudes zu haben; s. übr. d. Art. Bauverzierung, Ornament, Facade, Aesthetik, Arabeske, Kapitäl, laufende V. Jardin, Aktiv, Inkrustation, Sims etc.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 427Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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