Wassermessung, k., frz. hydrométrie, f. Man unterscheidet: I. Hygrometrie. Messung des Wassergehaltes in der Atmosphäre, s. d. Art. Hygrometer. II. Aräometrie. Messung der Dichtigkeit tropfbar flüssiger Körper; s. d. Art. Aräometer, Sen kwäge re. III. Peilung. Messung der Tiefe fließender od. stehender Wässer; s. d. Art. Peilen, Senkblei, Tiefe etc. hek Heidelberg DFC IV. Pegelung, Ahming, Messung der Wasserstandshöhe. Ueber die Wasserstandsmessung in Flüssen s. d. Art. Pegel. Ueber die Messung des Wasserstandes in Dampfkesseln s. d. Art. Wasserstandszeiger. V. Wassergeschwindigkeitsmessung, Tachometrie, Strommessung, Messung der in einer gewissen Zeit eine gewisse Stelle passirenden Menge freifließenden Wassers. Einiges dar. s. in Art. Geschwindigkeit, Strom und Geschwindigkeitsmessung. VI. Durchflußmessung. Messung der in einer gewissen Zeit ein Rohr von gewisser Weite passirenden Wassermengen; dient zur Bestimmung des Wass erzolles d.). Diese Vorrichtungen, von den Arabern schon im frühen Mittelalter gekaunt, haben neuerdings durch die städtischen Wasserleitungen eine große Wichtigkeit erlangt, dienen aber auch dazu, den Wasserverbrauch eines Kessels, einer Dampfmaschine etc. zu kontroliren; s. d. Art. Dampfindikator. Es sind zu unterscheiden: a) Kolbenmesser. Ein Kolben wird,‚ ähnlich wie in einer Dampfmaschine durch den Dampf, hier durch den Wasserdruck in Bewegung gesetzt, und ein durch die Maschinenachse bewegtes Zählwert registrirt die Zahl der Kolbenhube, hier aber übersetzt in Kubikmeter des durchgelassenen Wassers. Solange die Dichtung gut ist, ist ein solcher Wassermesser sehr zuverlässig, bald aber bleibt die Angabe hinter der wirklich passirten Wassermenge zurück. b. Rotationsmesser beruhen auf dem Prinzip des Reaktionsrades. Der nöthige Spielraum zwischen der Arbeitsfläche beeinträchtigt natürlich die Dichtheit; sie sind aber handlicher, billiger und arbeiten mit weniger Erschütterung als die Kolbenmesser — ad a ist bes. anzuführen. — 1. Kennedy's Wassermesser (Fig. 3503 u. 3504). & ist ein Cylinder mit Kolben, B Liderung des Kolbens durch Gummirollen, D Zahnstange, die am Kolben sitzt u. in das Zahnrad Heingreift, deren Welle ein konisches Rad trägt, welches den eigentlichen Zähler Oin Bewegung setzt, der auf dem Zifferblatt die Zahl der Umdrehungen und dadurch die durch den Cylinder gelaufene Wassermenge angiebt. F, das Aus-Einlaßventil, wird gelenkt durch den beschwerten Hebel G, der am Zahnrad mittels der Daumen Jbewegt wird. 30 — 45¹m. Druckhöhe reichen für diese Wassermesser vollstündig aus. Das Wasser tritt durch den Kanal K Lein u. nach vollbrachtem Kolbenhub durch M wieder aus. Den alleinigen Verkauf für Deutschland hat Paul Stumpf in Mainz. — ad b. ist bes. anzuführen: 2. Simmers Wassermesser, kleiner u. leichter, aber auch nicht so dauerhaft wie der vorige. Er besteht aus einem Gehäuse in zwei Abtheilungen. Durch ein Rohr wird der oberen Abtheilung das zu messende Wasser zugeführt u. tritt durch einen in der Mitte angebrachten Trichter abwärts in das Innere des kleinen Rades; dieses Rad ist, ähnlich einer schottischen Turbine, aus zwei mit einander korrespondirenden Hälften von getriebenem Messingblechzusammengesetzt. Aus diesem Rad gelangt das Wasser in die untere Abtheilung durch acht gekrümmte, röhrenförmige Arme und fließt von da in einem Rohr zum Verbrauch ab. Das Rad ruht auf einem stählernen Zapfen, der mit einer gehürteten Gußstahlplatte auf der Grundplatte des Gehäuses verschraubt ist. Eine in das Rad eingeschraubte Büchse umschließt den Zapfen und schützt gegen Seitenschwankungen bei der Rotation. Das Gehäuse hat oberhalb eine separirte Kammer zu Aufnahme des Zählapparates, welcher betrieben wird durch rmesser. Fig. 3504. ein am Ende der Welle befestigtes Schraubengewinde und dem Zählapparat für Gasmesser ähnelt. Um Unreinigkeiten zurückzuhalten, liegt vor dem Einlaßrohr ein durchlöcherter Kasten. — 3. Rotationsmesser von Siemens u. Halske in Berlin wird vielfach bes. wegen seiner großen Empfindlichkeit sehr gerühmt, während Ande re 4. den von Meinecke in Breslau wegen minderer Empfindlichkeit, daher seltenerer Störung der Funktion, mehr empfehlen.