Hydrometrie, k., die Lehre vom Wassermessen, wonach ein Wasserquantum, welches ein fließendes Wasser binnen bestimmten Zeitabschnittes ergiebt, entweder durch Ausflußapparate, oder durch Hudrometer oder durch Aichen, frz. jaugeage, engl. gauging, bestimmt wird. Ueber Hydrometer, hydrometrisches Flügelrad etc. s. d. Art. Geschwindigkeitsmesser; über Aichen s. d. Art. Geschwindigkeitsmessung. Vgl. auch d. Art. Wassermessung u. Aräometer. Oydrostatik, k. frz. hydrostatique, f., engl. hydrostaties, Pl., die Lehre vom Gleichgewicht tropfbar flüssiger Körper, sowohl unter sich als auch mit festen, in sie eingesenkten Körpern (vergl. d. Art. Hydraulik), bes. wichtig bei Schiffbau, Anfertigung von Reservoirs, Bauen von Kanälen etc. Im kargen Raum eines Lexikons kann natürlich nur sehr wenig aus dieser Lehre mitgetheilt werden. Das Wasser drückt nach allen Richtungen gleichmäßig, sobald es vollständig umschlossen ist. Bei oben offenem Gefäß wächst der Druck in gleichem Verhältnis zu seiner senkrechten Höhe und der Bodenfläche. Der horizontale Druck einer Flüssigkeit gegen eine ebene Fläche, z. B. gegen eeine Futtermauer, ist gleich hp auf die Flächeneinheit, d wobei h die Tiefe des Schwerpunktes der Fläche unter dem Spiegel der Flüssigkeit und p das Gewicht einer Kubikeinvheit dieser Flüssigkeit ist. Für krumme Flächen ist dieser Druck noch mit dem Quadratinhalt der Vertikalprojektion t der betreffenden Fläche zu multipliziren. Der hydraulische Druck, d. h. der Druck sich bewegender Flüssigkeiten, 3. B. fließenden Wassers auf Ufermauern, ist gleich dem hydro1statischen, vermindert um die Differenz der Geschwindigkeitshöhen an der betreffenden Einflußstelle. Aus dem eben Gesagten geht hervor: 1. daß nach dem Wasser zu lothrechte Futtermauern weniger Druck auszuhalten haben als geböschte; 2. daß man die Futtermauern um so schwächer machen kann, je weniger die Geschwindigkeit des Wassers während seines Laufes abnimmt oder wächst. Für Weiteres sehe man die sehr reiche Spezialliteratur. Hydrosulfate m. de Chaux, frz., s. Gips. Hhydrotechnik, k., Wasserbaukunst mit Einschluß der Deichbaukunst. Hydrure f. de phenyle, frz., s. Benzol. Hyétométre, m., frz., s. d. Art. Regenmesser. ů Hygiaya, hygea, Hygieia (Myth.), Göttin der Gesundheit. Dargestellt als schlanke Jungfrau, in der Hand eine Patera haltend, woraus eine Schlange trinkt. Hygrometer, u. frz. bygroscope, m., Instrument zu Bestimmung der Luftfeuchtigkeit. Die gebräuchlichsten H. sind nachstehende: I. Das Härhygrometer von Saussure (s. Fig. 2160). Ein Här (gewöhnlich ein Menschenhär von etwa 20m. Länge welches, um es zu diesem Zweck tauglich zu machen, durch Auskochen in schwacher alkalischer Lauge von Fett etc. befreit wurde) ist oben bei a festgeklemmt und unten bei 0 um eine durch ein Gewicht p angespannte, sehr leicht bewegliche Rolle gewunden; auf der Achse dieser Rolle ist ein Zeiger befestigt, dessen Spitze über eine Skala sich bewegen kann. Bei Abnahme der Luftfeuchtigkeit wird das Här verkürzt, bei Zunahme verlängert; dadurch muß eine Drehung der Rolle entstehen, welche sich dem Zeiger mittheilt. Jedem Skalentheil entspricht ein Feuchtigkeitszustand der Luft; um den Grad der Feuchtigkeit für einen Skalentheil zu wissen, muß man durch Vergleichung mit anderen Instrumenten den Werth desselben vorher empirisch feststellen. Der Punkt der größten Feuchtigkeit wird bestimmt, indem man das Instrument in einer, bei einer bekannten Temperatur inwendig mit Wasser benetzten Glasglocke aufhängt; er wird mit 100 bezeichnet. Der Punkt der größten Trockenheit, welcher mit o bezeichnet wird, findet sich, indem man das Instrument unter eine tätsbibliothe Heidelberg LDDF Glocke bringt, die mit Schwefelsäure u. Chlorcaleium abgesperrt wird. Man bringtam Instrument noch ein Thermometer t an u. hängt es zum Gebrauch in freier Luft auf. 2. Das Naniellsche Hygrometer (Fig. 2161) besteht aus 2 Glaskugeln a und b, welche durch eine weite Glasröhre mit einander verbunden sind. Der Apparat wird luftleer gemacht und, nachdem die Kugel a zur Hälfte mit Aether gefüllt ist, zugeschmolzen. In der Röhre über a hängt bis in den Aether ein Thermometer t, nist ein Luftthermometer; die Kugel b ist mit Musselin umwickelt. Tröpfelt man nun auf die Kugel betwas Aether, so verdunstet dieser sehr rasch und kühlt dadurch den Räum der Kugel ab; die Folge davon ist, daß sich in dieser Kugel Aetherdämpfe zu flüssigem Aether kondensiren, wofür aus der Kugel à eine gewisse Aethermenge verdampft, so daß auch diese Kugel abgekühlt wird. Die Kugel a ist an ihrer unteren Hälfte äußerlich vergoldet; wenn man genau beobachtet, bei welcher Temperatur (an dem Thermometer gemessen) sich zuerst die Vergoldung miteinem dünnen Thauüberzug bedeckt, so erhält man dadurch die Temperatur des sogenannten Thaupunktes. Aus der Größe des Unterschiedes der Thaupunktstemperatur und Lufttemperatur nun läßt sich der in der Luft enthaltene Wasserdampf berechnen. 3. Das Psychrometer oder Chermo-Hygrometer von August besteht aus 2 ganz genau gehenden, in /, Grade getheilten zeichnet (b—t) die Differenz der beiden Thermometerstände, sdie der Verdunstungskälte t'entsprechende Spannkraft des Wasserdampfes im gesättigten Zustand und den Barometerstand, so ist die Spannkraft des Wasserdampfes für den in der Luft von te enthaltenen Dampf 4. Um die Luftfeuchtigkeit in Wohnungen zu bestimmen, eignet sich am besten das Holzhygrometer von Streicher in Wien, welches aus einem langen Streifen, quer auf die Jahresringe geschnittenen Holzes von der Dicke eines Klavierresonanzbodens besteht und durch seine Verlängerung oder Verkürzung den Grad der Feuchtigkeit nachweist. Das Instrument zeigt langsam an und hält die aufgenommene Feuchtigkeit lange fest, so daß man wenigstens ein bis zwei Tage zur Beobachtung nöthig hat. Man muß den Gang des Instrumentes vorher durch ein Psychrometer kennen lernen und kontroliren. Kün. Hugrometrie, f. Bestimmung der Menge u der Spannkraft des Wassers, Dampfes etc., welcher zu irgend einem Zeitpunkt in einem gegebenen Luftraum wirklich enthalten ist, sowie die Vergleichung dieser Dampfmenge mit derjenigen, die zu derselben Zeit in demselben Raum enthalten sein könnte. Dazu bedarf es der Anstellung besonderer Versuche mit dem sogen. Hygrometer (s. d.).