FeedWürfelkapitül
Sport & SpielBau-Lexikon 1881

Würfelkapitül, n., frz. chapiteau m. cubique, engl. cushion-capital, cubical capital, s. d. Art. arabischer Stil, byzantinischer Stil, longobardische Bauten, romanischer Stil und Kapitäl. Ein solches Kapitäl besteht aus einem wirklichen Würfel, dessen lothrechte Seiten unten halb kreisförmig abgeschnitten und durch sphärische Dreiecke nach dem Halsglied hineingeführt sind, so daß sich vier wappenschilderähnliche Wangen bilden. Neuere Forschungen haben ergeben, daß das W. von den Longobarden herrührt, bei denen es sich allmählich ausbildete, s. d. Art. Longobardische Bauweise u. Fig. 2491—2501. Letzteres, vom Jahre 1019, ist das älteste bekannte, vollständig ausgebildete W. Aus der Lombardei gelangte es nach Deutschland und erhielt hier besondere Pflege. Das deutsche W. erscheint in der einfachsten Form nach Fig. 3547 (Bursfelde um 1150), etwas verziert nach Fig. 3548 (Arnsburg um 1175) oder nach Fig. 3549 (Laach um 1156). Auch dem reichen Kapitäl Fig. 3550 liegt das W. zu Grunde.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 491Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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