Zapfen, m., 1. (Zimm.) frz. tenon, tenant, m., engl. peg, tenon, tenant, hervorragender Theil an einem Körper, den man, um den Körper mit einem andern zu verbinden, in ein gleichgeformtes Loch, Zapfeuloch, franz. mortaise „engl. mortise, peghole, an diese m andern steckt. Vgl. d. Art. Holzverband A. 2. d., O. 3., D. 1. 3. Ein⸗ 3. muß natürlich genau in Ruadegehör Zapf fenloch passen, guten Sitz, richtigen Schluß (frz. engl. adjustment) haben, darf darin weder wanken (frz. corneiller) noch die Backen des Loches zwängen. a) frz. foré, àclef, engl. bord, und vernagelt, frz. enlacé, engl. bolted, heißt ein 3., wenn von der Seite mitten durch den in dem ein Loch gebohrt, s. Fig. 3555, und ein Nagel durchgeschl Diaih b) Verlorener 3. auch falscher Zoder Dobben, Dübel gen., entsteht, wenn beide Hölzer Zapfenlöcher erhalten und ein Stück Eisen oder Holz zur Hälfte in das Loch des einen Holzes eingetrieben, zur andern Hälfte in das Loch des zweiten Holzes gepaßt wird. e) Durchgehender Z., franz. tenon passant, engl. passing tenant, through-tenant, eutsteht, wenn das Zapfenloch durch das zu lochende Holz ganzdurchgearbeitet wird. Diese Z. halten sehr gut, bes. wenn sie an dem Bat das Loch Wandrnchshanenden Ende verkeilt werden, also als d) verkeilte 3, franz. tenon d contre-olavette, engl. ja fast alle Z. sind Hirnzapfen, frz. tenon en about, engl. end-tenant, d. h. sie stehen am Hirnende des Holzes. ) Voller Z., frz. tenon de brin, engl. full tenant, hat die ö ganze Holzstärke zur Länge, s. Fig. 3555. g) Einfacher Z., franz. simple tenon, engl. single tenant, Fig. 3555 und 3557. h) Doppelzapfen, Zwillingszapfen, franz. double tenon, engl. double tenant. Statt eines einzigen Z.s kann ö ein breites Holz zwei neben einander befindliche Z. erhalten, die in zwei besondere Zapfenlöcher eingesetzt werden, s. Fig. 3556. i) Jagdzapfen, s. d. Art. Jagdband u. Jagdzapfen. k) Hakenzapfen, schwalbenschwanzförmiger Z., frz. tenon à queue d'aronde, engl. dovetail tenant, nur mit Verkeilung ausführbar. 1) Geächselter Z., zurückgesetzter 202 frz. tenon retiré, paulé, engl. shoulder-peg. Zapft man ein Holz in ein anderes nahe an dessen Ende ein, so pflegt man dem Z. einen Theil seiner Länge zu benehmen (. Fig. 63,64 u. 3556), um etwas mehr Stirnholz am Achselende (s. d.) zu behalten; dies nennt man abächseln. So zu behandeln sind z. B. stets die 3. an Eckpfosten, die man auch wohl als Winkelzapfen, frz. tenon cornier, engl. anglet, gestaltet. ) Schlitzzapfen od. Scherzapfen (im Schiffbau Pinne), frz. patte, heißt ein Z., der nicht in einem Loch, sondern vielmehr in einem Schlitz, franz. enlagure, österr. Gungel, des andern Holzes sitzt; s. d. Art. Abschlitzen sowie Fig. 3084; Fig. 3355 stellt zugleich einen gerade abgesetzten tsbibliothek Heidelberg Schlitzzapfen dar, Fig. 3558 einen schräg abgesetzten, Fig. 35 59 und 37560 einen schräg eingesetzten Schlitzzapfen. n) Schräczapfen, franz. tenon biais, engl. skewtenant, erklärt ich selbst. o) Vergl. auch d. Art. Anpfropfen, Eckverband, Anzapfen, Eisenverbände re. — 2. franz. pivot, tourillon, engl. trunnion, lat. cardo (Masch.), s. b. w. Tragzapfen, Drehzapfen, Wellzapfen, Spindelzapfen etc., ein mit einer Welle an deren Achsenenden verbundener Rotationskörper, welcher sich in einem entsprechend ge-Fig. 3558. Fig. 3559. Fig. 3560. formten Lager (s. Zapfenlager) um seine geometrische Achse dreht. Er ist entweder cylindrisch (sowohl bei liegendenals bei stehenden Wellen) oder konisch (ͥan Drehbänkenetc.), oder kugelig(bei liegenden Wellen, damit bei etwaiger Senkung des Lagers die Drehung nicht gehemmt wird, ebenso bei stehenden Wellen); je nach der Lage der Welle heißt er stehender Z., Sprungzapfen oder liegender Z. Je nach der Art der Befestigung heißt er a) Spitzzapfen, mittels einer Spitze in die Wellen eingetrieben. b) Haken-oder Wurzelzapfen, mit aufgehauener oder seitwärts gebogener Spitze. e) Blatt-oder Flügelzapfen, Schaufel-oder Bleuelzapfen, zu Verhinderung einer Umdrehung ist die Spitze mit Lappen, die auch Flügel, Blätter, Bleuel heißen, versehen. d) Ringzapfen; hier sitzt an den Flügeln noch eine ringförmige Zwinge. e) Schraubzapfen; wird an das Ende der Welle angeschraubt. k) Ueber Z. und Pfannen s. d. Art. Angel, Band VI. C., Nußband etc. — 3. franz. Cone, goutte;, Z. oder Tropfen, unter den Triglyphen etc. reihenweise angebrachte, den Regentropfen nachgebildete Berzierungen. — 4. Hängender 3., frz. cul de lampe, pendant, engl. key, knot, queen, lat. pendens, Abhängling, herabhängender Knauf an der Durchkreuzung der Hölzer bei sichtbaren Balkendecken und Dachstühlen, oder an dem Schlußstein u. der Rippenkreuzung verzierter Gewölbe, s. Abhängling 2. — 5. 3. oder Spitzkolben, franz. bonde, Striegel, Ständer oder Mönch am Ablaß eines Teiches od. Wasserbehälters, dann frz. soupape. — 6. frz. broche, engl. plug, Pfropf an der Spundöffnung eines Fasses. — 7. franz. one, strobile, s. v. w. Tannenzapfen, Pinienzapfen. SIIOTHEK