Ziege, f., s. in d. Art. Symbolik III. a. rZBiegel, m., Ceiel, frz. brique, tuille, f., engl. brick, „tile, ital. mattone, quadruccio, lat. later, laterculus; s zunächst d. Art. Backstein, ägyptische Ziegel, Bausteine, Lehmpatzen, Lehmziegel re. Gute Z. müssen ebene Lager⸗ „flächen haben, dürfen, auf eine Ebene, z. B. auf den Tisch gelegt, nicht hohl liegen, nicht mit Höhlungen, Steingallen Sbibliothe Heidelberg und Rissen behaftet, nicht zu schwer sein. Dabei müssen sie gehörige Adhäsion gegen den verbindenden Mörtel zeigen Und einen solchen Härtegrad, verbunden mit gleichartiger Beschaffenheit in der Masse, haben, daß sie sich sicher und leicht behauen lassen, nicht unter dem Einfluß von Feuchtigkeit und Frost zerbröckeln oder abblättern. Diejenigen Z., die einer höheren oder sehr hohen Temperatur ausgesetzt werden, wie bei Feueranlagen, Essen etc., müssen Temperaturwechsel aushalten, ohne zu zerspringen, zu erweichen oder zusammenzugehen. J. Kennzeichen der Güte: 1. Heller Klang (Zeichen bes. vollkommenen Brandes und des Freiseins von Rissen), zu berücksichtigen bei Dachziegeln. — 2. Die Bruchflächen sollen rein und gleichartig muschelig sein, keine Kiesel⸗ u. Kalkbrocken, noch Ungleichheit in der Masse zeigen. — 3. Z. im Feuer bis zum Glühen erhitzt, dannsofort gekühlt imWasser, dürfen nichtzerspringen. Zu besonderem Gebrauch (Pflasterung, Wasserbau etc.) können Z., deren Oberfläche in Verglasung übergegangen, sogen. Klinker, Dienste thun, während sie zum Mauern nichts taugen. — 4. Die Farbe ist selten maßgebend, da sie sehr von der Art des verwendeten Thones abhängt; selbst braune und blaue Z. geben oft anderen nichts nach. — 5. Gewiß preiswürdig sind Z., die, längere Zeit der abwechselnden Witterung eines Winters ausgesetzt, keine Veränderung erlitten haben. — 6. Das Einsaugen (Verschlucken) des Wassers kann nur insofern als Probe dienen, als es schwachen Brand und magere Masse anzeigt; wenn das Einschlucken mit überraschender Begierde geschieht und die in Wasser gelegten Z. bis zu ihrer Sättigung viel davon aufnehmen, widerstehen sie dem Einfluß der Nässe nicht lange u werden, damit durchdrungen, vom Frost gesprengt. — 7. Das schöne, glatte, regelmäßige Aussehen istzwar angenehm, jedoch in Bezug auf Festigkeit unwesentlich. II. Arten der Ziegelwäre: 1. WManuerstein, frz. brique, engl. brick, ital. wattone, auch Mauerziegel od. schlechthin Ziegelstein genannt, leider in Bezug auf die Größe seit Einsührung des Metermäßes noch keiner gesetzlichen Vorschrift unterworfen, daher fast noch mehr als früher verschieden groß, in Sachsen z. B.6“ breit, 12“ lang, 3“stark, doch in vielen Gegenden jetzt 136&m. breit, 25m. Iang und 6 cm. stark, kommen auch unter den Namen Back⸗, Barn- und Brandsteine vor; s. auch d. Art. Didoron 2., Moppe, Klotz 4. etc. — 2. Alinter, franz. biscuit, lat. testa, haben feineres Korn als die ordinären Mauerziegel, größere Dichtheit und Härte, meist auch kleineres Format, sind zu Gossen, Schleusen, Pflasterung etc. zu empfehlen. 3. Fliesen, Platten, Flurziegel, ital. uadruccio, zu Pflasterarbeiten, gewöhnlich von Quadratform, 18,3m., 23, em. bis 28 und 29em. ins Geviert; zum Pflastern über den Balken nehme man sie 4—5, zum Pflastern der Hausflure, der unteren Küchen etc. 7 Cm. stark. Werden oft acht⸗ und sechseckig und nach anderen Formen gefertigt; s. auch d. Art. encaustic-tile, Fliesen, Fußboden etc. — 4 Kanalziegel, sind blos 3½ — 5em. stark, dienen zum Aufmauern der Feuerungskanäleetc. — 5. Falzziegel, zu Thür⸗ u. Fenstergewänden, Simswerken etc., haben die gewöhnliche Größe der Mauersteine, sind aber mit einem Falz od. Ausschnitt der Dicke nach verfehen, der die eine Kante des Parallelepipeds ausschneidet und 2½—4 cm. breit und tief ist. 6. Wölbsteine oder Keilziegel. Man hat zweierlei, die eine Art nach der Länge, die andere von der schmalen Seite verjüngt; meistens sind dieselben nach einem Halbkreisbogen von 4— 5½ m. Durchmesser centrirt. Sie erhalten für Gewölbe von einem Stein Stärke eine Länge von bis 29 em., Breite von 13—15 cm. und Dicke oben 10, unten gegen 7 em. Für Bögen von ½ Stein stark, Kappen re. werden Länge und Breite beibehalten und die Stärke in dem Verhältnis wie 3:2 verjüngt. Die dünnen Keilziegel von nur 3½—4 %½ em. keilförmiger Dicke dienen beim Wölben, um zwischen die Wölbziegel eingeschoben zu werden, wenn der Bogen eine falsche Wölbung anzunehmen droht. — 7. Brunnen⸗ oder Kesselziegel, s. d. betr. Art. — 8. Gefimssteine, auch Formsteine, Bildsteine genannt, s. d. betr. Art., haben von 28 bis 5o5em. Länge, variiren natürlich sehr, sowohl in Bezug auf die Form als in Breite u. Dicke. — 9. Rinnziegel, 28—30em. lang, 15—18em. breit und 156m. dick, mit einer halbeylindrischen, 7em. weiten Rinne versehen. — 10. Dachziegel, frz. tuile, engl. tile, thacktile, ital. tegola, pianella, span. teja, lat. tegula, s. d. betr. Art. Dahin gehören: gemeine Dachziegel, Biberschwänze, Ochsenzungen, Flachziegel, Hakenziegel, Zungensteine, halbe Biberschwänze, Blattsteine, Hohlziegel, Forstziegel, Fittichziegel, Paßziegel, Dachpfanne, Essteine, Schlußziegel, Kremm⸗(Kremp⸗) Ziegel, Breitziegel, römische Dachpfannen, Quadratziegel; s. d. betr. Art. — 11. Kladsteine sind solche Z., welche aus dem beim Streichen der Zentstehenden Abgang von Lehm, der in der Regel stark mit Sand vermengt ist, gestrichen werden u. gewöhnlich leicht brechen. — 12. Löthfteine (s. d.). — 13. Porose 3. werden hergestellt, indem man unter die Ziegelmasse Quecken, Sägespäne, gehacktes Stroh etc. mengt, welche Stoffe beim Brennen zu Asche werden; dergl. Z. sind leicht und bei gutem Brand ziemlich so dauerhaft wie andere. III. Ueber das Verfahren bei Anfertigung der Z. s. d. Art. Ziegelfabrikation u. die daselbst angezogenen Artikel, sowie d. Art. Färben