FeedLuperkalien
AllerleiBrockhaus 1882

Luperkalien hieß ein merkwürdiges Fest in Rom, welches am 17. Febr. zu Ehren des Faunus (s. d.) für die Beschirmung und das Gedeihen der Herden namentlich von den beiden Genossenschaften der Quinctischen und der Fabischen Luperci, d. h. der Wölfe oder Wolfsabwehrer, begangen wurde. Die Feier begann mit dem Opfer von Böcken in der Höhle, in welcher die Wölfin die Zwillinge gesäugt haben sollte, dem Lupercal am Fuße des Palatin. Sodann wurden zwei Jünglinge mit blutigem Messer an der Stirn berührt, ein symbolischer Akt der Sühne und Reinigung oder eines Menschenopfers. Dann liefen die Lupercen nur mit den Fellen der geopferten Böcke umgürtet und mit daraus geschnittenen Riemen in den Händen durch die Straßen der Stadt. Begegnende Frauen ließen sich gern mit den Riemen schlagen, weil sie dadurch fruchtbar zu werden hofften. Cäsar stiftete ein drittes Kollegium, das der Julischen Luperci. Als deren Vorstand bot ihm Antonius vier Wochen vor der Ermordung des Diktators das Diadem an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 261Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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