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BaukunstBau-Lexikon 1881

Ziegelei, Zicgelhütte, f., Teielhof, m., frz. briqueterie (für Dachziegel tuilerie), engl. brick-Works, pl. (tilery), iglit / mothes 188456d4/05 12 . Dachziegel u. tilery. Es ist vor der Anlage zunächst zu untersuchen, ob Ziegelerde in hinreichender Menge, vorzüglicher Güte und zu erwünschtem Preis zu haben ist. Demnächst ist das wesentlichste Bedürfnis das Brennmaterial. Bei der Ausführung der nöthigen Gebäude ist nicht außer Acht zu lassen, daß große Massen rohen Matexials und fertige Ware hin u. her geschafft, daß also viel ab⸗ u. zugefahren werden muß. Der Schuppen besonders muß so stehen, daß die Zufuhr bequem ist. Die ganze Anlage übrigens wird am besten auf einer Ebene od. sanften Anhöhe, nicht in der Tiefe geschehen. a) Der Trockenschuppen liege auf dem höchsten Punkt; über dessen Einvichtung s. d. Art. Trockenschauer. b) Der Brennofen. Ueber die Einrichtung s. d. Art. Brennofen, Flurofen, Feldofen, bes. aber d. Art. Ziegelofen. e) Die Vorrathsgruben und Sümpfe müssen möglichst nahe der Straße liegen, über die Anlage der Sümpfe u. Schlämmgruben s. d. Art. Einsumpfen des Thones, Schlämmen etc. d) Die Tretplätze, Lehmtraten, zwischen den Sümpfen und dem Arbeitsraum, zu Knetung des Thones durch Treten oder durch Maschinen, s. Kleinmühle, Thonmühle, Dreschtafel, Degen etc. ée) Arbeitsraum, Streichschuppen, kann bei kleinen Z.en zugleich als Trockenschauer (s. d.) benutzt werden. Ueber die daselbst zu machenden Arbeiten und die dazu nöthigen Werkzeuge u. Vorrichtungen s. d. Art. Formbank, Form, Formen, Formtisch, Streichholz, Ziegelstreichen. k) Vorrathsraum für fertige Wäre braucht nicht bedeckt zu sein, muß bequem zur Abfahrt u. an derjenigen Seite des Ofens liegen, wo man ausfährt, und sollte stets mindestens zwei Brände fassen. g) Magazin für Brennmaterial; über Wahl des Brennmaterials s. d. betr. Art. Die Ausdehnung der Anlage und die verhältnismäßige Größe der einzelnen dazu gehörigen Gebäude ist abhängig vom Betriebsplan. Die Basis hierzu giebt zu erwartender Absatz; man nehme denselben lieber etwas geringer an, richte sich aber so ein, daß eine Ausdehnung der Anlage zu vergrößertem Betrieb leicht möglich sei. Es ist deshalb vortheilhaft, die Oefen außerhalb der Linie des Trockenschuppens anzubringen u. den Raum für Vorrathsgruben u. Thonmühle (f. d.) in ein Winkelgebäude auf der gegenüberstehenden Seite zu verlegen. Der beste Ort zu Aufstellung trockener Wäre würde dann der zwischen beiden Winkelgebäuden entstehende Raum sein; s. Feldziegelei.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 502Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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