Ziegelfabrikation, k. 1. Graben der Ziegelerde. Der Thon werde im Herbst gegraben, gestochen, möglichst schon beim Graben (Stechen) sortirt, in fetten, mittlern und magern, u. einzeln in Haufen von höchstens 60 em. Höhe, 2—3½ m. Breite u. beliebiger Länge mit zwischenliegenden Gängen aufgeworfen. — 2. Einsumpfen des Chones. Auf den Haufen läßt man ihn einen Winter hindurch liegen, ihn von Zeit zu Zeit umstechend; dann wird er in die Sümpf' gebracht, eingesumpft (s. d. Art. Einsumpfen). Wenn jeder einzelne Klumpen beim Aufbrechen vollständig durchnäßt erscheint, ohne schlüpfrig zu sein od. Wasser auszuschwitzen, so ist er fertig. Es gehören dazu in der Regel 3 Tage und 35 Eimer Wasser pro obm. Thon; übr. s. d. Art. Ziegelei, Sumpf, Einsumpfen, Schlämmen etc. 3. Kleinen, Aengen und Reinigen des Chones. Das Kleinen geschieht durch Treten oder Kneten; s.d. Art. Kleinmühle, Knetmühle, Thonmühle, Lehmtrate etc.; dabei wird er zugleich auch, wenn er zu fett sein sollte, mit dem nöthigen Sand vermengt, entweder mit den Füßen, mit Sicheln, Messern, Hacken, Schaufeln etc., od. durch Maschinen und unter Beimengung von so viel Wasser, als nöthig, um ihm die Konsistenz eines zähen, bildsamen Breies zu geben. Nun kommt der Thon auf die Haubank (s. d. und d. Art. Dreschtafel) u. wird dort mit dem Degen (f. d.) bearbeitet; wenn er sich gut ballen läßt, ohne in der Hand zu kleben, kommt er auf die Schneidebank (s. d. 2. und Schrotebanh), wo er mit der Schrothaue (s.d.) bearbeitet wird. — 4. Formen der Ziegel. Nachdem der Thon forgfältig von allen etwa noch darin enthaltenen Steinchen gereinigt worden ist, trägtihn ein Arbeiter in kleinen Portionen dem Former zu. Ueber dessen Arbeit s. Formen III., Thonmühle und Ziegelstreichen. — 5. Trocknen der Biegel. Nachdem der geformte Ziegel mit dem Streichholz (s. d.) abgestrichen ist, wirder auf dem Abtragebretchen nach dem Trockenschuppen getragen und dort aufgestellt; s. d. Art. Trockenschauer. 6. Glasiren der Ziegel. Schon die Aegypter, Babylonier u. Assyrier suchten die schnelle Verwitterung der Ziegel durch Aufbringung von Glasur zu verzögern, u benutzten das Schutzmittel zugleich zu Verschönerung der Wäre. — Aus den angestellten Untersuchungen geht hervor daß man bereits vor Erfindung des Ziegelbrennens die Glasirung kannte und übte; und zwar scheint man zuerst die fertig gestrichenen und lufttrocken gemachten Ziegel in derselben Reihe, die sie als Wandverkleidung einnehmen sollten, flach auf den Boden gelegt und in dieser Lage bemalt, resp. mit den Schmelzfarben und sonstigen Glasurmassen überzogen, dann aber auf ihnen ein Feuer entzündet zu haben. Solche Glasirung bewahrte nun zwar die Oberfläche, aber auch nur diese vor schneller Zerstörung. Gebrannte glasirte Ziegel kannte man sicher im zweiten oder neuen babylonischen Reich; auch die Griechen, Etrusker und Römer scheinen sie gekannt zu haben, obschon uns keine glasirten Ziegel von diesen drei Völkern erhalten sind. Die Longobarden wendeten sie im 7., die Byzantiner vielleicht schon früher, sicher im 7. Jahrh. an u. im Mittelalter fanden sie fast überall, wo der Rohziegelbau gepflegt wurde, ja zur Dachdeckung auch in Hausteingegenden vielfach Anwendung. Das Verfahren zu Herstellung der Glasur scheint schon von Alters her sehr verschieden gewesen zu sein, sowohl bezüglich der Mischungen für die Schmelzfarbe, als bezüglich der Zeit u. der Art der Aufbringung derselben, und ist es noch jetzt in demselben Grad. Manche Fabriken färben den Thon vor dem Streichen, andere tragen die Schmelzfarbe, resp. die beim Brennen eine farbige Glasirung erzeugende Mischung auf den lufttrockenen Thon auf, noch andere färben erst nach der ersten Brennung mittels solcher Mischung etc. — Zu Herstellung gelber Glasur scheint im Alterthum meist Antimonblei gedient zu haben, für die grüne Kupfer etc. Jetzt sind die Mischungen fast in jeder Fabrik andere, aber auch die Erfolge sehr verschieden. Eine von Leipzig aus beim Verband deutscher Architektenu. Ingenieurvereine angeregte Enquéte über Verfahren, Herstellungsweise, Mischung, Erfolg etc. der Glasur ist noch nicht abgeschlossen. — 7. Einsetzen der Ziegel. Die gehörig geformten, resp. gepreßten und getrockneten Ziegel kommen in den Ofen. a) Beim Einsetzen der Manerziegel hat man vor allem darauf zu sehen, daß das Feuer möglichst gleichmäßig eirkuliren kann und daß sich die Waäre weder zusammendrücke, noch bei zu starker Hitze mit einander verschmelze. Weiteres s. in d. Art. Ziegelofen; — b) Flachziegel. Sie werden vorher dem Einsetzer so zur Hand gesetzt, daß er zwei oder vier auf einmal ergreifen kann, u. zwar so, daß ein Kopfende an des andern Fußende zu stehen kommt und beide durch eine Nase getrennt sind, so daß sich ein keilförmiger Raum zwischen zwei Ziegeln bildet. Dann werden sie je zwei und zwei und zwar auf die Kante eingesetzt, bei Bogenöfen so, daß eine Lage parallel läuft mit dem Längendurchschnitt des Ofens, die folgende aber jene im rechten Winkel durchschneidet; bei Fluröfen setzt man die Reihen parallel der Diagonale und in den Lägen von rechts nach links od. von links nach rechts umtätsbibliothek Heidelberg ILDF und zwar ebenfalls durch die Nasen von einander getrennt; doch muß jede folgende Reihe an die vorhergehende dicht angerückt werden, damit beim Ausbrennen, wenn der Ziegel im Umfange abgenommen hat, keine Reihe durch die obere Last umschlägt. Die Reihen lasse man umwechseln, indem sie mit der konkaven Seite von rechts nach links oder von links nach rechts gesetzt werden; zuletzt, wenn etwa noch kleine Zwischenräume bleiben, werden in dieselben noch Ziegel auf die lange Seite oder schräg gesetzt, denn jeder Ofen muß bis ans Gewölbe gefüllt werden, so daß die Ziegler durch den Raum, welcher durch das Sinken der Steine leer geworden, den Brand beurtheilen kann. — d) Einsetzen zu glasirender Ziegel. Man darf nie einen Ofen ganz mit zu glasirenden Ziegeln vollsetzen, weil es auch bei den besten Oefen nicht möglich ist, die Glut auf allen Punkten so gleichförmig zu vertheilen, daß nicht Schmelz entstände. Beim Flurofen setzt man daher, wenn man keine andere Wäre dazu hat, unmittelbar an die Ränder einige Reihen unglasirter Ziegel in der ganzen Höhe des Ofens, u. ebenso setztman auch an das Ende einigeReihen derselben. Längs der Wände des Ofens ist die Wärme gleichfalls weniger wirksam, u. es ist deshalb dienlich, jede Reihe mit 4 bis 6 unglasirten Ziegeln anzufangen od. zu schließen. Die etc. Ziegel dürfen sich nicht untereinander berühren; die Glasur muß am Fuß abgerieben werden, um das Zusammenkleben zu verhüten. Beim Bogenofen gilt das, was bei dem Flurofen von den Rändern gesagt wurde, von der obersten und untersten Lage. Bei dem Flurofen wird, wenn die Einsetzthür unter dem Kamin ist, gegen die letzte Ziegellage eine trockene Mauer von Mauerziegelstücken aufgeführt, damit die Flamme nicht zu freien Durchgang habe; diese Mauer wird, wenn die Einsatzthür nicht zugemauert wird, dicht mit Lehm beworfen und verstrichen. — 8. Brennen der Ziegel, s. d. Art. Brennofen, Ziegelofen, Flurofen, Feldofen, Bogenofen, Ausschiebethür etc. Dabei verfährt man wie folgt: Nachdem das kleine Feuer (Schmauchfeuer) — 24—40 Stunden unterhalten — die Ueberzeugung gewährt, daß alle Feuchtigkeit aus der Wäre entfernt ist, wird das Feuer allmählich verstärkt und fort gesetzt, bis man bemerkt, daß die Bogen weiß glühen. Erscheinen sämmtliche Bogen weißglühend, so wird einige Zeit mit Nachschüren eingehalten, um dem Schmelzen der unteren Lagen vorzubeugen. Währenddessen steigt die Glut von selbst in die Höhe, indem die Mündungen vorher gut verschlossen sind. Wenn die Bogen hinreichend abgekühlt sind, wird mit dem Schüren weiter fortgefahren, bis der ganze Ofen weiß glüht; dann werden alle Oeffnungen, sowohl Schürlöcher als Register, dicht verschlossen u. auf den offenen Ofen 28—30 em. dick Erde oder Sand ausgebreitet, damit die Hitze nicht verfliege; s. auch d. Art. Kirschrothglühen; aus dem Grad des Sinkens des ganzen Einsatzes wird die Gare beurtheilt, das Feuern hört auf und nach langsamem Abkühlen des Ofens wird die fertige Masse herausgenommen (ausgefahren). briquetée, muréede briques, pans de bois posés en bri-- que, engl. brieked, bricknogged partition, s. Fachwand. Ziegelformer,‚ m., franz. briquetier-mouleur, engl. brick-maker. Ueber Biegelformerei s. d. Art. Formen III. und Thonmühle.