FeedGex (lat. Gesium)
ErdkundeBrockhaus 1882

Gex (lat. Gesium), die Hauptstadt des gleichnamigen Arrondissements im franz. Depart. Ain, liegt 647 müber dem Meere, 15 EKm nor nordwestlich von Genf am Fuße des Mont-Colombier (4689 m) und an der Straße über den Col de la Faucille (s. d.) auf dem linken Ufer des Journant der, mit der London vereinigt, sich 11 Km westli Gerichteh in den Rhöne ergießt, ist der Sitz eines Gerichtshofs erster Instanz, eines riedensgerichts und einer Ackerbaukammer, hat ein Hospital und ein Zellengefängnis und zählt (1876) als Gemeinde 2719 E., deren Haupterwerbsquellen die Alpenwirtschaft und die Gerberei sind. Die Stadt ist schlecht gebaut, bietet aber eine prachtvolle Aussicht auf den Genfersee, den Jura und die Savoyer Alpen mit dem Montblane dar. Das ehemalige feste Schloß ist längst verschwunden. G. bildete mit seiner Umgebung in alter Zeit ein besonderes Gebiet (Pays de G.), über welches 180 nacheinander Genf und Savoyen als Nachbarn die Hoheit anmaßten, und wurde 1601 von der Schweiz an Frankreich abgetreten, und behielt es seine eigene Verwaltung bis 1789 und blieb auch seither als eine Art neutralen Landes außerhalb der franz. Zollgrenze.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 6Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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