FeedGewärzuelken
Haus & KücheBrockhaus 1882

Gewärzuelken oder Gewürznäglein (Caryophylli) heißen die noch ungeoffneten Bluüten oder Blütenknospen des Gewürznelkenbaums (Eugenia caryophyllata, Moabeer aromaticus L.) aus der Familie der Myrtaceen, der auf einem 1,3 bis 1,6 em hohen Stamme eine schöne kegel⸗ oder pyramidenförmige Krone von 5—7 m Höhe treibt. Die immergrünen, punktierten, eilanettförmigen, gegenständigen Blätter, die im Mai sprossenden scharlachroten Blüten und die Rinde besitzen einen aromatischen Geruch. Die reife Frucht, welche man Mutternelke nennt, gleicht an Gestalt und Größe der Olive, ist von Farbe schwarzrot und besteht aus einer dünnen Bedeckung, welche einen oder zwei Samen einschließt; sie besitzt einen schwachen, den G. ähnlichen Geruch und einen gleichen, nur etwas zusammenziehenden Geschmack. In den Tropenländern konserviert man die Früchte mit Zucker. Die Blüten sammelt man vor der Entfaltung ein, solange die Blumen noch ein rundliches Köpfchen am Ende des ungefähr 1,3 em langen Kelchs bilden und ehe ein Teil des anfangs farblosen ätherischen ols, des Nelkenöls, verfliegen kann. Dieses Ol beträgt etwa 25 Proz. des Gesamtgewichts, ist schwerer als Wasser und gibt in Verbindung mit einem harieen Stoffe 00 ophyllin) den G. ihren brennenden eschmack. Das Sammeln geschieht in der Weise, daß man die Blüten vor ihrer offnung samt den Stielen vom Baume abnimmt und hierauf an der Sonne trocknet. Die Amboina-Nelken und die Englische-Compagnie-Nelken werden als die besten Sorten ud di Das Heimatland des Gewürznelkenbaums sind die Molukken; doch wurde er durch die Franzosen auch auf Isle-de-France, Bourbon, Martinique, St.⸗Vincent und Cayenne, durch die Engländer auf Trinidad durch die Spanier auf San-Domingo und durch die Portugiesen jedoch ohne besondern Erfolg, in Brasilien angepflanzt. Die G. kamen schon im Altertum und Mittelalter durch morgenländ. Kaufleute in die Häfen des Mittelmeers und von hier nach dem übrigen Europa. Sie finden Verwendung als Gewürz, zur Darstellung des ätherischen Ols, sowie in der Pharmacie.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 6Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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