FeedGliom
HeilkundeBrockhaus 1882

Gliom (Glioma, vom griech. 4, d. i. Leim oder Kitt), weiche, markähnliche, erbsen-bis faustgroße Geschwulst, welche sich am häufigsten im Gehirn, bisweilen auch im Rückenmark und im Innern des an Reroen vorfindet, durch Wucherung der normalen Nervenkittsubstanz oder Neuroglia (s. unter Gehirn) entsteht und, wie dieses, unter dem Mikrostop betrachtet aus rundlichen Kernen und Zellen und einer außerordentlich zierlichen feinmaschigen Zwischenzellsubstanz zusammengesetzt erscheint. Das G. des Gehirns entwickelt sich gewöhnlich im mittlern Lebensalter und verursacht meist die Symptome der Gehirnerweichung (f. d.); dasjenige des Augapfels kommt vorzugsweise bei Kindern vor, führt unrettbar zur Erblindung und erfordert zur Verhütung weiterer Nachteile die möglichst frühzeitige operative Entfernung des erkrankten Auges.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 111Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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