Grind oder Schorf nennt man die Kruste, welche sich auf verletzten Stellen der äußern Haut oder der Schleimhäute durch Eintrocknung des ausgetretenen Blutes oder der ausgeschwitzten Blutflüssigkeit bildet und nicht selten auch Fett und Schüppchen der Oberhaut einschließt. Die Farbe des G. ist honiggelb oder braunrot bis schwarzbraun; seine Dicke ist sehr verschieden, sie kann bis zu mehrern Millimetern betragen. Der G. haftet anfangs der Stelle, auf welcher er sich gebildet, sest an, sodaß die Entfernung desselben eine neue Verletzung bewirkt; allmählich wird er aber lockerer und fällt zuletzt ganz oder stückweise ab, nachdem die von ihm bedeckte Hautstelle entweder geheilt ist oder sich in ein Geschwür verwandelt hat. Die Verletzung, auf welche die Grindbildung folgt, kann entweder durch eine äußere Verwundung her⸗ .hlh oder die Folge einer Hautkrankheit sein, weshalb man den Namen G. auch zur Bezeichnung mancher Hautkrankheiten gebraucht, bei denen Grindbildung stattfindet, wie Kopfgrind, Kleiengrind, nässender Grind u. s. w. Unter dem Schorf heilen besonders kleinere Wunden meist schnell und leicht, wahrscheinlich weil durch ihn der Zutritt der Luft und ihrer Schädlichkeiten zu den Wundsekreten gehindert wird, worauf die Brauchbarkeit mancher Verbandmethoden der Chirurgie, wie des Watteverbandes von Guérin, des Tanninwatteverbandes von Graf u. a. beruht.