Go, das Nationalspiel der Japaner, das älteste aller bekannten Spiele, um 2000 v. Chr. in China erfunden und um 700 n. Chr. nach Japan gebracht, wo es bald populär und, wie in Europa das Schach, dem es an Feinheit und Reiz nicht nachsteht, wissenschaftlich gepflegt wurde. Es ist ein Brettspiel und wird von zwei Personen gespielt, von welchen die eine 181 schwarze, die andere 181 weiße Steine erhält. Das Bret ist eine nahezu quadratische Tafel, auf welcher 19 horizontale und 19 senkrechte Linien sich befinden. Die Steine werden nicht auf die Felder zwischen den Linien, sondern auf die Durchschnittspunkte derselben gesetzt. Die Spieler setzen abwechselnd immer einen Stein auf einen noch unbesetzten Durchschnittspunkt. Die Steine derselben Farbe bilden eine Kette, wenn sie eine Anzahl freier oder auch von Steinen des Gegners besetzter Punkte vollkommen einschließen. Die innerhalb einer Kette befindlichen Steine des Gegners sind getötet, wenn außer denselben kein freier Punkt mehr in der Kette ist, und werden dann vom Sieger weggenommen. Es handelt sich nun für den Spielenden darum, seine Steine nach und 1e Pun Ketten zu verbinden, die möglichst viele freie Punkte einschließen, und dem Gegner möglichst viele Steine zu töten, da der Gewinn der Partie sich nach der Summe dieser Punkte und Steine richtet. Vgl. Korschelt, «Das japanisch-chines. Spiel G.v (Jokohama 1881); Schurig, «G., das Nationalspiel der Japaneseno oa, Bomba Besitzung in der brit.⸗ind. Präsidentschaft Bombay in Vorderindien, zwischen 1454 und 15 45 nördl. Br. und 73 45, und 74 26˙ östl. L. (von Greenwich) gelegen, enthält auf 3270 akm (1881) 419993 E. Zwei Drittel davon sind zur röm.⸗kath. Kirche sich bekennende Hindu, Kastiri (Creolen) und Mestizen. Die Zahl der Europäer ist gering. Haupterzeugnisse des Landes sind Reis, Pfeffer, Kokos⸗ und Betelnüsse, Salz in großer Menge. Das Gebiet G., aus sechs —7 und den Diu(d⸗ Salsete und Bardez bestehend, bildet mit iu (s. d.) und Damäo (im Norden von Bombay) mit zusammen 85 qkm und (1881) 61474 C. das egenwärtige portug. Generalgouvernement ndien als überrest des frühern Vizekönigreichs Indien. Die öffentlichen Einnahmen des ganzen Generalgouvernements betragen (1883) nur 2956 451 Mark,‚, während die Verwaltungskosten 3304018 Mark betrugen. Die gegenwärtige Hauptstadt Pangam, Pantschim (Porto Pangi) oder Villa nova de Goa (Neu-G.), Sitz des Generalgouverneurs, des Erzbischofs und des obersten Gerichtshofs, liegt an der Mündung des Flusses Mandava, auf einer flachen, sandigen, inselartigen Küstenstrecke und ist durch einen 300 m langen Dammweg mit Alt-G. verbunden. Die wohlgebaute Stadt hat einen sehr schönen Hafen, treibt aber gegenwärtig nur noch geringen Handel und zählt 910000 E., welche berühmte Arrakbrennereien unterhalten. Alt⸗-Goa, östlich von der neuen Stadt gelegen, wurde 1510 von Albuquerque erobert und zur Hauptstadt des portug. Vizekönigreichs Indien bestimmt. Sehr bald zog G. den Handel von Calicut und andern Küstenstädten an sich, wurde 1559 der Sitz des Vizekönigs und des Erzbischof-Primas von Portugiesisch-Indien und stieg zu großer Macht, Wohlhabenheit und Pracht. Die Stadt 997 ohne die Vorstädte gegen 10 km Umfang, zählte 200000 E., war nach dem Meere hin stark befestigt und besaß viele großartige Gebäude, wie den prachtvollen Palast des Vizekönigs, den berüchtigten Inquisitionspalast, roße Lagerhäuser, Bazars, zahlreiche Kirchen und löster, ein musterhaft eingerichtetes Hospital u. s. w. Der befestigte Hafen, einer der geräumigsten und schönsten in Indien, war, besonders seitdem die Mittepunt 1641 Malakka verloren hatten, der Mittelpunkt ihres großartigen ind. Handels. Unter dem Vizekönig von G. stand alles, was die Portugiesen vom Kap der Guten Hoffnung bis Macao in China besaßen „und die Macht des erst 1815 aufgehobenen Inquisitionsgerichts in G. erstreckte sich uber alle Portugiesen in Indien und die eingeborenen Christen, ausgenommen den Vizekönig, den Erzbischof-Primas und dessen Vikar. Aber der 0595 war schon nach 150 Jahren verschwunden, größtenteils durch das Treiben der Jesuiten und der Inquisition, durch die unvorsichtige Vermischung mit den niedrigsten Kasten und die Verluste der ind. Besitzungen an die Holländer und Engländer. Den Verfall der Stadt vollendete die zunehmende Verschlechterung des Klimas und eine Seuche, welche im Anfang des 18. Jahrh. ausbrach und die Einwohner zur Auswanderung und Gründung der neuen Stadt trieb. Der Vizekönig verlegte 1753 seine Residenz nach Pangani. Bald nachher wurden die Jesuiten vertrieben und ihre Kirchen und Klöster zerstört. Das alte G. ist nur noch ein Haufen Ruinen mit etwa 30 meist von Geistlichen, Mönchen und Nonnen bewohnten Gebäuden und verfallenen Klöstern und Kirchen.