FeedGobi oder Kobi ist der mongol.
ErdkundeBrockhaus 1882

Gobi oder Kobi ist der mongol., Schamo, d. h. Sandmeer, der chines. Name für das weite Steppen⸗ und Müstenplateau Ostasiens zwischen 34—40e nördl. Br. und 86—118 00 L. (von Greenwich), welches westlich an Ostturkestan (Thian-Schan-Nan-Lu), südlich an das Kuen-Lun⸗ und das Nan-Schan-Gebirge, östlich an das Land der Ortos, das Ala-Schan⸗ und In-Schan-Gebirge, nördlich an die vier Chanate der Khalkas-Mongolen und die Dsongarei Lalden charr elu) anstößt, keineswegs aber allenthalben scharf begrenzt ist. Dieses über 2Mill. qkm umfassende Gebiet bildet weder eine durchweg gleichförmige Ebene noch eine völlige oder Steinwüste, sondern es treten drei verschiedene Landstriche in ihm hervor. Der nördl. und der südl. Strich, mit einer Seehöhe von 1500 —1800 m, haben festen Steppenboden, vielfach gegliederte Bergketten und Hügelreihen, welche Futtergräser und Gesträuche tragen. Nur diese beiden Regionen nennen die Mongolen G. Die tiefer gelegene Mitte zwischen beiden, eine 370—740, im Mittel 518 km breite, von durchbrochenen Felswänden eingefaßte Depression von nur 8— 900 m Die aentle ist eine völlige Sand- und Steinwuste, die eigentliche Schamo, wahrscheinlich der Grund eines frühern Binnenmeers, dessen Boden übrigens nicht aus Flugsand, sondern aus einem mit Salzteilen geschwängerten Sande besteht und hier und da von Rohrarten und Salzpflanzen bedeckt, auch von kleinen Salzseen durchzogen wird. Je mehr man sich von der Mitte den Seiten des Beckens nähert, desto mehr verschwindet der Sand, und der Boden ist entweder mit Steintrümmern und Geschieben, meist Porphyr und Jaspis, 92 Gaken Strecken auch mit Chalcedon, Karneol und Achaten bedeckt, zwischen denen nur niedrige, strauchartige Pflanzen vereinzelt hervorkommen, und besteht entweder aus festem Lehm mit leichtem Salzanflug oder ist ganz nackt und mit niedrigen O5 Land im bewachsen. Im ganzen aber hat das Land im Norden und Süden der Depression den Charakter einer Steppe mit unabsehbaren Weiden. Ebenso dürftig wie die Flora ist auch die Fauna der G. Der Dschiggetai, das wilde Schaf Argali, Antilopen und Hamster sind die bemerkenswertesten Tiere. Feste Wohnsitze finden sich in dem ganzen Steppengebiete nicht. Nur Nomadenstämme, hauptsächlich Mongolen, die hier ihre eigentliche Heimat haben, durchziehen es mit ihren Herden, welche Futterkräuter in Fülle, selbst im Winter unter dem Schnee finden. Bäume fehlen gänzlich, sodaß die Nomaden während des Winters, der ebenso kalt, rauh und stürmisch wie der Sommer heiß ist, allein auf den Viehdünger als Brennmaterial angewiesen sind. An den Wegen, welche durch die G. führen, finden sich einige, oft nur spärlich mit Wasser versehene, in der Regel verwahrloste und monatelang gefrorene Brunnen. Die Kenntnis der G. beschränkt sich auf die wenigen Karawanenwege, die seit Jahrhunderten den Verkehr zwischen China und dem Norden Asiens vermitteln und in neuerer Zeit die besondere Aufmerksamkeit der russ. Regierung erregen. Die Hauptstraße ist die von Kiachta und Maimatschin über Urga und Kulgang oder Tiantsia-kéu nach Peking. Die ältesten Berichte sind die des Jesuitenpaters Gerbillon von seinen acht Missionsreisen 1688 — 98, des Holländers Mobrand des 1692—94, von Lorenz Lange, der im Auftrage zeters d. Gr. nach Peking reiste. Ihm schließen sich an die Reiseberichte Timkowskis (1819 und 1821), des russ. Botanikers von Bunge und Astronomen von sande (1830—31) und, 30 Jahre später, des Engländers Grant. Aus neuester Zeit sind namentlich die Reisen von Prschewalskij (s. d) und

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 143Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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