Hoaug-ho oder Hwang-ho, d. h. im Chinesischen Gelber Fluß, nach dem Hangetse-kiang der größte Fluß Chinas, entspringt zwischen 95² und 96 östl. L. (von Greenwich) an der Nordgrenze von Tibet, von dem nördl. Abhange der Bajan-chara-ula-Kette, durch welche sein Quellgebiet von dem obern Laufe des Nang-tse-kiang getrennt wird. Er durchströmt die Landseen Dscharing-Noor und Oring-Noor, bildet alsdann eine 8-förmige Krümmung gegen Nordosten, nähert sich der großen Mauer, verläuft auf kurze Strecke innerhalb derselben, umschreibt alsdann bogenförmig das Land der Ordos-Mongolen, durchbricht die Chinesische Mauer aufs neue, bildet nun innerhalb derselben x von Norden nach Süden fließend die Greuze zwi⸗ x schen den Provinzen Schen-Si und Schan-Si, biegt [l sich dann 6 e Osten, durchströmt Ho-Nan und nach einer Wendung gegen NO. auch Schan-Tung, um sich in den Golf von Pe-tschi-li zu ergießen. Diese Mündung besteht erst seit 1851. Bis dahin mündete er etwa 375 km südlicher mit breiter Deltabildung in das Gelbe Meer ein. Alle Krümmungen eingerechnet, wird seine Länge auf 4400 km, der Flächeninhalt seines Gebietes auf 1800000 akm geschätzt. Seine bedeutendsten Nebenflüsse sind auf der rechten Seite der Hwei-ho und der Lo-ho, auf der linken Seite der Fuen-ho. Der H. ist wegen seiner großenteils sehr reißenden Strömung wenig schiffbar, verursacht dagegen durch übertreten seines infolge von Sturzregen oder des Alauwenend des Schnees im Gebirge urchtbar anschwellenden Gewässers auf das neben ihm gelegene Flachland häufig sehr verwüstende Überschwemmungen, welche nicht immer durch das schon seit ältester Zeit bestehende System künstlich angelegter und wohlunterhaltener Dämme, Deiche Schleusen und Abzugskanäle verhütet oder au nur beschränkt werden können.