Godwin (William), engl. Schriftsteller, geb. 3. März 1756 zu Wisbeach in der Grafschaft Cambridge und gebildet in der Lehranstalt der Dissenters zu Hoxton bei London, wurde 1778 Dissenterprediger, gab aber 1782 seine Stelle auf und lebte von 1783 an in London, wo er später unter dem Ministerium Grey eine Anstellung erhielt. Im J. 1797 heiratete er Mary Wollstonecraft (s. Godwin, Mary), deren polit. und soziale Ansichten er teilte, die aber schon im ersten Wochenbett starb. Einige Jahre nachher verheiratete er sich zum zweiten mal und fing ein Buchhändlergeschäft in London an; hauptsächlich verlegte er Kinderschriften, die er meist selbst unter dem Namen Edward Baldwin schrieb. Er starb 7. April 1836. Seine erste Schrift waren die Sketches of history in six sermons o (Lond. 1784), denen nach mehrjähriger Zurückgezogenheit sein Werk Inquiry concerning political justice (Lond. 1793; 3. Aufl., 2 Bde., 1797) folgte, das vieles Aufsehen erregte. Nicht minder bemerkbar machte er sich durch die philos. Romane Caleb Williamsv (3 Bde., Lond. 1794; neue Aufl. 1854), 4Saint-Leono (4 Bde., Lond. 1799), Fleetwoodo (3 Bde., Lond. 1805), «Mandevillen (3 Bde., Edinb. 1817) und «Cloudesleyo (3 Bde., Lond. 1830), wovon namentlich der erstgenannte sich ebenso spannendes Interesse als durch tiefsinnige Reflexion auszeichnet. Unter seinen übrigen Schriften sind hervorzuheben: 4Mistory of the life and age of Geoffrey Chaucer (2 Bde., Lond. 1803; 2. Aufl., 4Bde., 1804), «Lives ofEdward and John Phillips, nephews and pupils of Miltono (Lond. 1815), Inquiry concerning the power of increase in the numbers of mankindo (Lond. 1820), worin er gegen Malthus' Ansichten auftrat; &History of the commonwealth of England from its commencement to the restoration of Charles II.d (4 Bde., Lond. 1823 — 28), Thoughts on man, his nature, productions and discoveries o (Lond. 1831), die einen Schatz geistreicher Bemerkungen und reifer Lebenserfahrungen enthalten.