FeedHarris (James)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Harris (James), engl. Sprachforscher und Kritiker, geb. 20. Juli 1709 zu H ein Neffe des Lord Shaftesbury, studierte zu Orford und dann die Rechtswissenschaft in Lincolns-Inn zu London. Nach dem Tode seines Vaters in den Besitz eines ansehnlichen Vermögens gelangt, gab er die jurist. Studien auf und widmete sich der klassischen Litteratur. Seiner ersten Schrift Three treatises, the first concerning art, the second concerning music, painting and poetry, the third concerning happinèsso (Lond. 1744; deutsch, Halle 178⁰0) folgte die philos. Sprachlehre Hermes, or a philosophical inquiry concerning universal grammarv (Lond. 1751; 5. Aufl. 1806; deutsch von Ewerbeck, Halle 1788). Von 1761 bis zu seinem Tode war er Parlamentsmitglied für den Flecken Christ-Church. Er wurde 1762 Lord der Admiralität und 1763 Lord der Schatzkammer, legte aber 1765 diese Stelle nieder, ward 1774 Sekretär der Königin und starb 22. Dez. 1780. Nach seinem Tode erschienen seine Philological inquirieso (2 Bde., Lond. 1781; deutsch von Jenisch, Berl. 1789), welche eine Geschichte der Kritik und Betrachtungen über den Geschmack in der Litteratur älterer und neuerer Zeit, besonders des Mittelalters enthalten. Eine Gesamtausgabe seiner Werke besorgte sein Sohn, Lord Malmesbury (2 Bde., Lond. 1801; 5 Bde., 1803).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 863Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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