Gogol-Janowskij (Nikolai Wassiljewitsch), einer der berühmtesten russ. Schriftsteller, nach Puschkin die einflußreichste Erscheinung der neuesten russ. Litteratur, geb. 19. (31.) März 1809 im Gouvernement Poltawa, trat schon als Schüler im Gymnasium des Fürsten Besborodko als Schriftsteller und Schauspieler auf und versuchte, Anfang 1829 in Petersburg angekommen, beim Theater aufgenommen zu werden. Da jedoch sein erstes Debüt erfolglos blieb, beschloß er in das Ausland zu gehen, kam aber wegen Mangel an Geld nur bis Hamburg. Nachdem er wieder in Petersburg eine Zeit lang gelebt und auch eine Anstellung in einem Ministerialdepartement bald aufgegeben hatte, wurde ihm endlich durch Vermittelung Pletnews, des damaligen Inspektors des Patriotischen Instituts, im März 1831 die Oberlehrerstelle der Geschichte an dieser Anstalt zuteil. Zugleich wurde er durch Pletnew mit Delwig und Puschkin bekannt, die sich für seine ersten litterarischen Versuche interessierten. Eine Professur der allgemeinen Geschichte, die er durch Uwarow 1834 an der anderthald Universität erhielt, bekleidete er bloß anderthalb Jahre, worauf er in das Ausland ging. Meist lebte er in Italien, namentlich in Rom, kehrte dann nach Rußland zurück und starb, in Schwermut versunken, 19. Febr. (2. März) 1852 zu Moskau. Die Hauptstärke G.s besteht in der volkstümlichen Auffassung und humoristischen Schilderung der Zustände seines Vaterlandes. Sein Talent hat drei Entwickelungsstufen aufzuweisen. Zur ersten gehören die Abende auf dem Meierhof unweit Dikankay (2 Bde., Petersb. 1832), Schöpfungen eines entschiedenen und feurigen, aber jungen, noch nicht festen Talents. Als Schilderungen des kleinruss. Lebens sind sie sämtlich von hohem ethnogr. Wert. Die zweite Entwickelungsstufe charakterisiert Mirgorody (1834), Erzählungen voller Poesie, die ebenso durch die Kraft der Grundidee als die treffliche Durchführung der Charaktere fesseln. Unter denselben behauptet «Taras Bulbav kein histor. Roman aus der kleinruss. Geschichte des 17. Jahrh., deutsch nach Viardot von Bode, Lpz. 1846) die erste Stelle. Die dritte Periode seiner Dichtung beginnt mit dem Lustspiel 4Revisoro deutsch von Viedert, Berl. 1854), welches die Betschränktheit und Korruption der russ. Beamtenwelt veranschaulicht, und endigt mit den Toten Seeleny (deutsch von Löwenstein, Lpz. 1846), einem satikomischen Zeitgemälde, welches das rohe materielle Leben der Bewohner der Ddersel und die damit verbundene Engherzigkeit derselben mit außerordentlicher Wahrheit darstellt. Außer den genannten wurden noch mehrere Arbeiten G.s in den ⸗Russ. Novelleno (2 Bde., Lpz. 1846), in Russ. Leben und Dichtenv (Lpz. 1851), in Reclams Universal-Bibliotheko und in der «Kollektion Spemanno ins Deutsche übersetzt. Gesammelt erschienen die Werke G.s (mit seinem Briefwechsel) in sechs Bänden (Mosk. 1856—57) und (ohne Kwählte Och in vier Bänden (Mosk. 1862). Ausgewählte Schriften mit einer Biographie enthält die Russ. Bibliotheko (Petersb. 1874). 3 Ketepr Dorf in der preuß. Provinz Schlesien, A egierungsbezirk Oppeln, Kreis Groß-Strehlitz, 20 km im SSoO. von Oppeln, zählt (1880) 2595 meist polnisch sprechende und kath. C., ist Station der Linie Breslau-Oderberg der Oberschlesischen Bahn und hat 26 sehr bedeutende Kalkbrennereien mit Rumfordschen ofen. Das Material wird einem mächtigen Kalksteinlager entnommen. Die