FeedGoldkupferlegierungen
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Goldkupferlegierungen dienen allgemein zur Anfertigung der Goldmünzen und zwar in den meisten Staaten mit einem Feinheitsgrade 900, die engl. Sovereigns haben einen Feinheitsgrad 916, die österr. Dukaten 986, die ungar. Dukaten 989. Bei ganz gleichem Feinheitsgehalt unterscheiden sich die Goldmünzen häufig durch bald mehr ins Gelbe, bald mehr ins Rote ziehende Farbe. Die hellere oder dunklere Färbung ist nicht, wie vielfach angenommen wird, Kennzeichen von Nachahmung, sondern sie ist nur auf Operationen der Färbung zurückzuführen, die nicht in allen Münzstätten Minmäßig ausgeführt wird. In den deutschen Münzwerkstätten wird bei einem Feingehalt von 900 (Toleranz 0,002) aus 1000 g Feingold 2790 Mark oder aus 1000 g legiertem Gold 2511 Mark geprägt; 2500 Mark in Kronen oder Doppelkronen wiegen 995,5 g; 155 Stück Zwanzigfrancsstücke wiegen genau 1 kg. In der Goldschmiedekunst werden in Deutschland für feinste Gegenstände Legierungen zu 750 Feinheit n Karat), für bessere solche mit 583 Feinheit (14 Karat), für leichtere solche von 250 Feinheit (6 Karat! verarbeitet und wird dabei, je nach der zu erzielenden Farbennuance, entweder rote oder weiße oder gemischte Karatierung angewandt. Für die verschiedenen Färbungen verwendet man folgende Mischungen: Cäth Grünes Gold. 2—6 1 — — — Blaßgelbes Gold 1 2 — — — Hochgelbes Gold 4 89 1 — — v v 14,7 9 4 — — Blaßrotes Gold. 3 1 1 — — • 9. 10 1 4 — — Hochrotes Gold. 1 — 1 — — * 9 1 — 2 — —— Graues Gold.. . 30 3 * 2 — Blaues Gold.. . 1—3 — * 1 — Das Färben der G. und Goldwaren, eine Operation der Goldschmiedekunst, wird ausgeführt, um aus geringwertigem Golde gearbeiteten Gegenständen das Aussehen von weit wertvollern zu geben. Zu diesem Behufe werden die vollendeten Werkstücke durch Eintauchen in verdünnte Salpeterdunn zunächst von anhaftendem Oxyd befreit und ann in der Goldfarbe gekocht. Die Goldfarbe, zu welcher verschiedene Reepte existieren, ist immer eine Chlor entwickelnde tischung von Salzen und Säuren. Das sich entwickelnde Chlor greift die Legierung, aus welcher die Goldwaren bestehen (Gold-Silber, Gold-Kupfer oder Gold-Silber-Kupfer), an; Kupfer und Silber bleiben als Chloride, das Silberchlorid durch Mitwirkung von vorhandenem Kochsalz, gelöst, während das Gold als feine Schicht sich wieber ablagert und damit dem Arbeitsstück das Ansehen von feinem Gold gibt. Eine der am häufigsten angewandten Goldfarben wird folgendermaßen bereitet: Eine Mischung von 2 Teilen Kochsalz und 4 Teilen Salpeter wird in einem irdenen Topf in wenig kochendem Wasser gelöst und dann unter beständigem Rühren bis zur Trockne verdampft. Der Salzrückstand wird mit 3 Teilen rauchender Salzsäure übergossen und erwärmt, bis sich deutlicher Chlorgeruch zeigt, worauf die Werkstücke eingebracht werden. Nach fünf Minuten nimmt man eins der Werkstücke heraus, spült in einem Gefäß mit kochendem Wasser und überzeugt sich, ob die gewünschte Farbe erreicht ist. Ist dies noch nicht der Fall, so kocht man von neuem und nimmt von Minute zu Minute eine Probe. Sobald die letzte Probe die richtige Farbe zeigt, wirft man die sämtlichen Werkstücke in heißes Wasser, spült in oft erneuertem heißen Wasser und trocknet schließlich zwischen Sägespänen. Je nach der Dauer des Kochens lassen sich verschiedene Farbenabtönungen, die zwischen der der ursprünglichen Legierung und der des feinen Goldes liegen, herstellen, doch ist zum Gelingen der Färbung ein Goldgehalt nötig, der nicht weniger als 14 Karat oder 583 Feinheit beträgt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 165Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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