Gonzalo de Bereeo, der älteste castilian. Dichter, war ein Weltgeistlicher aus Berceo in der Provinz Logroßo, und blühte zu Anfang des 13. Jahrh. (geb. ungefähr im J. 1198, gest. 1268). Er ist ein Kunstdichter, dessen Poesien die Heilige Schrift und die mystische Litteratur des Mittelalters zu Grunde liegen: die Stoffe, welche er denselben entnahm (Leben der Jungfrau Maria, Heiligenlegenden u. s. w.), hat er mit treuherziger Frömmigkeit, schlicht und einfach, doch nicht ohne Kunst behandelt. Es sind von G. neun Reimwerke erhalten: «Vida de 8. Domingo de Silos v, «S. „Loores de Nuestra Senorao, De los XV. Signosv, (Milagros de Nuestra Seüora, Duelo de la Virgen Maria o, 4S. Oriab. Vom sprachlichen Standpunkte aus als Erzeugnisse des 13. Jahrh., sowie vom litterarhistorischen als Musterstü e des mystisch-religiösen Epos sind sie hochbedeutsam. Herausgegeben wurden sie zuerst von Sanchez in seiner Colleccion de poesias castellanas anteriores al siglo XVy (2. Ausg., Par. 1842), zuletzt von Florencio Janer in der Biblioteca de autores espanoleso (Bd. 57).