Jäuregui y Aguilar (Juan de), Dichter und Maler, von enalchten Geschlecht, um 1570 zu Sevilla geboren, lebte um 1607 in Rom, wo er seine Übersetzung von Tassos Amintao erscheinen ließ und wo er sich in der Malerkunst ausbildete. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland wurde er Stallmeister der Königin Isabella, der ersten Gemahlin Philipps IV., und starb zu Madrid im Jan. 1649. Seine Übersetzung von Tassos Amintav (Rom 1607 und verbessert mit J.s «Rimasv, Sevilla 1618) ist noch immer eins der vollendetsten Muster dieser Gattung und bei weitem seiner freien Bearbeitung von Lucans «Pharsalia (Madr. 1684) vorzuziehen, in welcher er dem Gongorismus huldigte, den er früher in dem Discurso poeticov (Madr. 1624) angegriffen hatte. Außerdem versaßte er ein größeres Originalgedicht: Orfeov (Madr. 1624), das mit Unrecht auch Don Augustin de Salazar y Torres zugeschrieben wird, sowie eine kleine Zahl lyrischer Gedichte. J. war mehr Verskünstler als Dichter. Seine sämtlichen poetischen Werke sind in der Colecciono des Fernandez (Bd. 6—8, Madr. 1789—1819) wieder abgedruckt, die kleinern mit dem „Amintav auch in der Biblioteca de autores espanholes (Bd. 42). Als Maler ehörte er der florentin. Schule an; besonders sollen eine Porträts, worunter eins von Cervantes, geschätzt gewesen sein. Einen Discurso apologeticor über die Malerei veröffentlichte er 1633.