Balbuena (Don Bernardo de), einer der hervorragendern epischen Dichter der Spanier, geb. 1568 zu Valdepesas, kam noch sehr jung nach Neuspanien, wo er in einem Kollegium Mexikos seine theol. Studien vollendete. Schon mit 17 Jahren zeichnete er sich als Dichter aus. Nachdem er 1608 nach Spanien zurückgekehrt, wurde er kurze Zeit nachher zum Propst auf Jamaica, 1620 zum Bischof von Portorico ernannt und starb daselbst 1627. Von seinen Werken haben sich nur drei eralten: La grandeza mejicana (Mexiko 1609; adr. 1829), eine poetische Beschreibung dieser Hauptstadt; El siglo de oro en las selvas de Eriphiles (Madr. N eine Schäfernovelle in Prosa mit eingestreuten lyrischen Gedichten in ital. anier, darunter neun zum Teil sehr schöne, ländlich einfache Eglogaso; &EI Bernardo 0 la victoria de Roncesvalleso, ein zu breit angelegtes episches Gedicht in 24 Büchern, von 45000 Versen (Madr. 1624, 1808 und am besten neuerdings im 19. Bande der «Biblioteca de los autores Espanoleso). Die beiden erstgenannten Werke wurden auch von der Akademie in Madrid 1821 neu herausgegeben. Erst in neuerer Zeit sind B.s poetische Verdienste wieder anerkannt worden. Schon um seines «Bernardo willen verdient er in der Geschichte der span. Poesie und der epischen überhaupt genannt zu werden. Zwar Wf diesem Epos Originalität des Plans und der uffassung; doch hat sich B. in demselben durch Schwung und Phantasie und stellenweise durch große Einfachheit als echten Dichter bewährt.