Göppert (Heinr. Rob.), verdienter Botaniker und Paläontolog, geb. 25. Juli 1800 zu Sprottau, besuchte 1812—13 das Gymnasium zu Glogau und 1813—16 das Leopoldinum in Breslau, widmete sich dann der Pharmacie erst zu Sprottau, später zu Neisse und bezog nach kurzem Besuch des Gymnasiums zu Neisse im Herbst 1821 die Universität Breslau, seit 1824 auch Berlin, um Medizin zu studieren. Nachdem er 1825 promoviert und 1826 Breslau zu seinem Aufenthalt gewählt, habilitierte er sich im Sept. 1827 mit der Untersuchung De acidi hydrocyanici vi in plantas (Bresl. 1827) an der dortigen Universität für Medizin und Botanik und übernahm 1830 das Lehramt der mediz.- chirurgischen Institutionen an der mediz.⸗chirurgischen Lehranstalt, das er bis zu deren Auflösung (1850) bekleidete. Inzwischen wurde er 1831 zum außerord., 1839 zum ord. Professor der Botanik an der Universität ernannt. Er erhielt 1852 das Direktorat des botan. Gartens und 1855 den Titel eines Geh. Medizinalrats. G. leistete Vorzügliches insbesondere auf dem Gebiete der physiol. und komparativ-anatom. Botanik, vor allem aber mit feinen Forschungen über die fossile Flora. Von einen Schriften sind hervorzuheben: «Über die Wärmeentwickelung in den Pflanzenv (Bresl. 1830), «über Wärmeentwickelung in den lebenden Pflanzen»(Wien 1832), «über die chem. Gegengifte⸗ (2. Aufl., Bresl. 1843), De coniferarum structura anatomica (Bresl. 1844), «lüber das überwallen der Tannenstöcker (Bonn 1842), Die fossilen Coniferen verglichen mit denen der Jetztweltv (Harl. 1850, mit 58 Tafeln), «Skizzen der Urwälder Böhmens und Schlesiens „ (3 Tle., Dresd. 1868), «Über die fossilen Farnkräutero (Bresl. 1836), «liber die Entstehung der Steinkohlen aus Pflanzen» (Düsseld. 1848, mit 23 Tafeln), «lüber die Beschaffenheit der fossilen Steinkohlenflora in verchiedenen Steinkohlenablagerungen eines und desselben Reviers »(mit Beinert, Leid. 1849), «Uber Einschlüsse im Diamanto (Haag 1864), „Beiträge zur Tertiärflora Schlesiens (Kass. 1852), «Die Tertiärflora von Schoßnitz in Schlesien (Görl. 1855), „(Die Tertiärflora auf der Insel Javay (Haag 1855), «über die fossile Flora der silurischen, der devonischen und untern Kohlenformation Gena 1860), „Die fossile Flora der Permischen Formationo (Kass. 1864 fg.), «Uber Strukturverhältnisse der Steinkohles (Bresl. 1867), Die Flora des Bernsteinso (Bd. 1, Lpz. 1883). Eine Zuammenstellung aller bis 1850 bekannter fossiler flanzen mit vollständiger Synonymik lieferte er in Bronns Index palaeontologicuso (2 Bde., Stuttg. 1848—50). Unter G.s Leitung wurde der botan. Garten zu Breslau zu einem Musterinsti tut erhoben. Die Einrichtung desselben beschrieb er in (Der Königl. Botanische Garten in Breslauo (Görl. 1857; 5. Aufl. 1875). Über das 1850 von ihm errichtete Botanische Museum, das erste seiner Art, berichtete er in der Schrift Uber botan. Museeno (Görl. 1856).